Dänemark aus einem anderen Blickwinkel

Im Rahmen der neuen Kooperation des Christian-Wolff-Gymnasiums und des Horsens-Gymnasiums erfolgte vom 23. bis zum 29. September 2017 der Austausch in Dänemark. Im Dezember letzten Jahres konnten die dänischen SchülerInnen unser Land und unsere Kultur kennenlernen. In Gastfamilien lernten sie unser alltägliches Leben kennen und durften auch in einige Unterrichtsstunden schnuppern. Jetzt waren also wir dran. Die Betreuung und Organisation der Reise erfolgte durch Susanne Würfel und Sebastian Körnig.

  • von Helena Pinkert/11b
  • Fotos: S. Körnig/Koll.

Nach der Anreise nach Horsens per Bahn am Samstag, dem 23.9.2017, verbrachten alle 16 GastschülerInnen den ersten Tag des Schüleraustauschs bei ihren Familien. Man lernte sich näher kennen und unternahm Ausflüge in alle Gegenden Dänemarks. Einige besuchten die Küste und die dänische Hauptstadt Kopenhagen oder erkundeten die Region. Bei gemeinsamen Aktivitäten, wie z.B. dem Produzieren von Apfelsaft, tauschte man sich über alles Mögliche aus.

Schülerzeitung AG - Schüleraustausch CWG-Horsens Gymnasium (DK) [23.9.-29.9.2017] (2)
► Die AustauschschülerInnen trafen sich am Montag im Horsens Gymnasium und nahmen später am Unterricht teil.

Am Montag durften wir endlich die Schule unserer Austauschpartner besichtigen. Mit allerlei technischem Equipment ausgestattet, war der Rundgang schon ein Erlebnis. Auch der von uns besuchte Unterricht gestaltete sich anders als in deutschen Klassenzimmern, indem z.B. nur Laptops zum Einsatz kommen. Noch interessanter wurde es, als wir aktiv am Unterricht teilnehmen durften. Vor allem das Fach Deutsch empfanden wir als aufschlussreich, denn wie man unsere Sprache lehrt und damit umgeht, war spannend anzuhören. Am Abend trafen wir uns zum gemeinsamen Pancake-Essen. Es wurde viel gelacht, geredet und natürlich gegessen. Durch die vertraute Atmosphäre war der Abend sehr gemütlich, oder wie man in Dänemark sagt: „hygge“.

Auf dem Programm stand außerdem der Besuch zweier Museen in Horsens. Zuerst zog es uns am Dienstag in das Gefängnis. Man beleuchtete dabei zugleich die Geschichte der Stadt, welche eng verbunden mit der ehemaligen Strafanstalt ist. Danach ging es um die Industriegeschichte des Landes; mit Originalmaschinen der Zeit reisten wir sozusagen in die Vergangenheit. Nach diesem anstrengenden Tag, kamen wir am Abend zum Bowling zusammen. Mit größeren und kleineren Erfolgen „im Gepäck“ fielen wir am Abend erschöpft ins Bett.

Mitte der Woche arbeiteten wir intensiv an unserem Projekt „Travelling“. In stundenlanger Arbeit stellten wir kleine Hefte mit Sehenswürdigkeiten aus Halle und Horsens zusammen. Die Texte wurden insgesamt in drei Sprachen (Deutsch, Dänisch und Englisch) verfasst. Der Rest des Tages wurde von jedem Austauschpaar individuell genutzt. Einige besuchten das örtliche Kino, andere erkundeten die Innenstadt.

Mit dem Donnerstag war der letzte Tag des Austausches gekommen. Gemeinsam machten wir einen Ausflug in die zweitgrößte Stadt des Landes, nach Åarhus. Der erste Stopp war das Freilichtmuseum „Den Game By“, zu Deutsch „die alte Stadt“. In ihm wird die städtische Kultur und Geschichte Dänemarks dargestellt. Die Häuser, die aus vielen verschiedenen Jahrhunderten stammen, wurden zu einem späteren Zeitpunkt originalgetreu und detailgerecht wieder an diesem Standort aufgebaut. Mit unseren AustauschschülerInnen als Fremdenführern erfuhren wir interessante Fakten über das frühere Leben in Dänemark. Die Unterschiede in diesen Jahrhunderten (17.-19. Jh.) zwischen Dänemark und Deutschland waren kaum zu erkennen. Die Tour ging weiter in das MOMU Moesgaard Museum. Hier versuchten wir uns als Detektive, um die Geschichte des Grauballemanns, einer gut erhaltenden Moorleiche, zu klären. Unser Fazit: Er fiel einem Ritual zum Opfer. Dennoch war es ein einzigartiger Fund, da er der Forschung Informationen über die Eiszeit lieferte. Das Museum, welches mit jeder Menge Highlights ausgestattet ist, behandelt aber ebenso die Geschichte der Wikinger und Ansichten zum Leben in Dänemark. Zwei Stunden waren nicht genug, um alles zu erkunden. Zum Souvenirkauf waren wir dann in der Innenstadt. In kleineren oder größeren Gruppen wurde geshoppt und gegessen.

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► Gemeinsam besuchte die Gruppe am Donnerstag das Freilichtmuseum „Den Game By“…
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… sowie die Innenstadt von Åarhus mit ihren Sehenswürdigkeiten und Geschäften.

Um die Woche ausklingen zu lassen, trafen wir uns am Abend auf dem Hof eines dänischen Schülers. Nach ein paar gemütlichen gemeinsamen Stunden begaben wir uns auf den Rückweg, um noch schnell die Koffer zu packen und dann noch ein wenig zu schlafen.

Was steckt hinter der Kooperation?

Nachdem der Kontakt zu unserer schwedischen Partnerschule „Lerums Gymnasieskola“ vor wenigen Jahren abbrach, weil das dazugehörige internationale Programm eingestellt wurde, suchte die Lehrerschaft des CWG nach einer neuen Partnerschule. Frau Baumgarten, die damals eine Referendarin an unserer Schule war und ebenfalls an einem Schweden-Austausch teilnahm, befand sich für ein halbes Jahr am Horsens Gymnasium im dänischen Horsens, wo es ihr auch sehr gut gefiel. Deshalb bemühte sie sich, mit dieser Schule Kontakt aufzunehmen, und kümmerte sich um alles Weitere. Nachdem gegenseitige Lehrerbesuche und Gespräche mit den beiden Schulleitungen erfolgten, konnten ab Januar 2016 schon die ersten Vorbereitungen für den Austausch im Dezember getroffen werden; im September folgte eine Infoveranstaltung am CWG, der etwa 30 interessierte SchülerInnen beiwohnten.

Das erste zwei Jahre andauernde Austauschprogramm ist nun vorüber. Ob künftig weitere Austausche stattfinden werden, ist noch nicht vorhersehbar und hängt von der Zahl der BewerberInnen ab. Solltet Ihr Lust haben, Euch am nächsten Schüleraustausch ab 2018 zu beteiligen, gibt es hier wichtige Informationen dazu: Zum einen ist das Beherrschen der englischen Sprache, etwa durch die Teilnahme am Englisch-Unterricht an unserer Schule, Voraussetzung. Ihr solltet Euch in der 10. oder 11. Klassenstufe befinden und überdies dazu bereit sein, einen Gastschüler während des Austausches in Eurer Familie aufzunehmen und bei bestimmten Problemen Hilfe zu leisten. Erfüllt Ihr diese Kriterien, müsst Ihr Euch dafür bewerben, also einen Motivationsbrief verfassen, in dem deutlich wird, warum Ihr am Austausch teilnehmen möchtet. Anschließend wird eine bestimmte Zahl an BewerberInnen ausgewählt, die später nach Dänemark mitfahren kann. Beim ersten Austausch konnten von den anfangs 30 Interessenten, die anfangs keine Bewerbung schrieben, jedoch alle daran teilhaben, die später etwas einreichten.

Schülerzeitung AG - Wolffs Ruf-Logo [T-Shirt] (2.3.2)>> Weitere aktuelle und interessante Informationen zum Horsens Gymnasium:

 

Alles muss einmal enden, so auch unser Austausch. Am Freitag waren die letzten Minuten mit der Gastfamilie angebrochen. Ein emotionales „Goodbye“ machte den Abschied nicht leicht. Aber wie sagt ein deutsches Sprichwort: „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.“
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