Interviews

Gestatten, Frau Meinhardt

Auf der Suche nach neuen Kollegen am CWG in diesem Schuljahr stießen wir auf unsere Referendarin Frau Meinhardt und luden sie zu einem kleinen Interview ein. Wer sie bisher nicht kennt, kann nun Näheres über sie erfahren.

  • von Lara Kuck/5b; Shania Urban/7c
  • Foto: Shania Urban/7c

1. Wie alt sind Sie?

»Ich bin 30 Jahre alt.«

2. Auf welche Universität gehen Sie während Ihres Referendariats?

»Ich gehe auf die Universität Potsdam in Brandenburg.«

3. Welche Fächer wollen Sie unterrichten?

»Ich möchte Mathe und Physik unterrichten.«

4. Was finden Sie so toll an den Fächern?

»Mir gefällt es, dass man in beiden Fächern die Natur beschreiben kann. Ein Beispiel wäre: Die Lichtgeschwindigkeit der Sonne.«

5. Was reizt Sie daran, Lehrerin zu werden?

»Ich finde es toll, dass man mit Kindern arbeiten kann.«

6. Haben Sie Hobbys? Wenn ja, welche?

»Ja, ich spiele Beachvolleyball, lese gern und fahre gern Fahrrad.«

7. Was denken Sie, wie lange muss man Lehramt studieren?

»Ich nehme an, etwa fünf Jahre.«

8. An welcher Schule würden Sie gerne unterrichten?

»Natürlich am Christian-Wolff-Gymnasium.«

9. Hatten Sie Spaß daran, interviewt zu werden?

»Na klar!«

Wir danken Frau Meinhardt für das nette Gespräch und wünschen ihr noch viel Erfolg bei ihrem Studium.


Mit „Taktgefuehl“ nach Murmansk

Anlässlich eines Tanzprojektes mit deutschen Schülern im russischen Murmansk befragten wir Laura Rödling aus der Klasse 10d und erfuhren Hintergründe zu diesem Ausflug.

  • von Heidi Voigt/6e
  • Fotos: Heidi Voigt/6e; private Fotos aus Murmansk
1. Wann und wie lange bist Du dort gewesen?

„Ich hielt mich vom 18. bis zum 28. Februar 2016 in Murmansk auf.“

2. Welchen Grund hatte die Reise?

„Es war ein Projekt von meinem Tanzverein. Mein Tanzverein heißt ‚Taktgefuehl‘.“

3. Was fandest Du vor Ort am besten und was am schlimmsten?

„Am besten fand ich die Leute, mit denen wir gearbeitet haben. Das schlimmste war für mich die Unterkunft. Diese war heruntergekommen, aber das ist dort Alltag.“

4. War es währenddessen kalt in Murmansk? Wenn ja, wie kalt ungefähr?

„Es war sehr kalt, ungefähr -20 bis -25 Grad Celsius.“

5. Hast Du neue Freundschaften knüpfen können?

„Ja, ich habe neue Freunde gefunden. Ich kannte schon einige, da sie schon einmal hier in Deutschland waren.“

6. Hattest Du eine nette Gastfamilie?

„Wir waren in keiner Gastfamilie, sondern wurden in einem Internat untergebracht.“

7. Bist Du in Murmansk auch zur Schule gegangen?

„Ich bin nur zur Tanz- und Theaterschule gegangen. Wir haben dort unter anderem 2-3 Workshops durchgeführt.“

8. Wurdest Du aus einem bestimmten Grund ausgewählt, um nach Murmansk zu fahren?

„Wir wurden gefragt, ob wir möchten. Alles entstand mit Hilfe der djo (Deutsche Jugend in Europa), die den ganzen Ausflug organisiert hat.“

9. Wie bist Du nach Murmansk gekommen?

„Erst sind wir mit dem Zug nach Berlin gefahren. Von dort aus flogen wir mit dem Flugzeug nach St. Petersburg, anschließend fuhren wir 26 Stunden (!) nach Murmansk.“

10. Würdest Du noch einmal nach Murmansk reisen?

„Ja, es besteht sogar die Möglichkeit, wieder nach Murmansk zu reisen.“

Während die Gruppe im russischen Murmansk war, fand dort ein großes Fest statt. Zu diesem Fest gehörte außerdem ein Wettbewerb der Schulen in Tanz und Theater. Die Aufführungen wurden von einer Jury bewertet. Die deutschen Schüler waren als Ehrengäste vor Ort und führten ein Theaterstück zusammen mit den russischen Schülern auf.

Bereits vor der Reise im vergangenen Februar startete bereits im Oktober 2015 bei „Taktgefuehl“ in Halle (Saale) ein Tanztheaterprojekt mit Gästen aus Murmansk, bei dem ein Theaterstück mit tänzerischer Untermalung geprobt und in den Vereinsräumen aufgeführt wurde.

Wir freuen uns über Lauras Engagement und bedanken uns recht herzlich für das interessante Gespräch.


Der Balkan – Ein interessanter Nachbar

KURZE VORINFORMATION: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der vierten Printausgabe im Juli 2015 heraus. Er wird nun zusätzlich auf unserer Website veröffentlicht!

Der Balkan ist ein großer Teil Europas, doch wissen viele nichts über die dortigen Länder. Um mehr zu erfahren, traf ich am 23.06.15 Lydia, eine Schülerin des CWGs, um mit ihr ihre Wurzeln zu erkunden.

  • von Jeremy N. Morgner/6e

Lydia Martinović (12) verriet mir, dass sie zum Teil bosnisch-kroatische Vorfahren hat. Als Lydias Mutter mir ihre Wohnung zeigte, erzählte sie mir, dass das Nationalgetränk Rakija (Obstbrandschnaps) sei und das Nationalgericht Sarma (kleine Sauerkrautröllchen). Beides ist hier unten zu sehen:

Dann berichteten die beiden mir etwas über die Politik und Geschichte des Landes:

Nach den Jugoslawienkriegen gab es eine veränderte Lage in der Politik, beispielsweise in Bosnien. Der Bundesstaat ist in 10 Kantone unterteilt, die jeweils eine selbstständige Legislative und Exekutive haben. Das Staatspräsidium besteht aus je einem katholischen, muslimischen, orthodoxen, serbischen und kroatischen Vertreter. Lydia und ihre Mutter sagten mir, dass man in Wäldern dort gut aufpassen müsse, denn sonst könnte man auf eine Tretmine stoßen, welche dann eventuell explodiere.

Feste

  • Unabhängigkeitstag: 1. März – erinnert an den Abschluss des Referendums zur Unabhängigkeit am 29. Februar/1. März 1992
  • Nationalfeiertag: 25. November – erinnert an die Ausrufung der Volksrepublik Bosnien und Herzegowina in Mrkonjić Grad am 25. November 1943
  • Weihnachtstradition:
23.12: Spanferkel wird gekauft, geschlachtet und gegrillt
24.12: Vorbereitung auf das Essen (Essen wird traditionell von Frauen gemacht)
25.12: kaltes Spanferkel essen, Rakija trinken und ein großes Festmahl geben
Ich fragte Lydia daraufhin, ob sie auf ihre Herkunft stolz sei.
Lydia antwortete mir: „Ja, ich bin stolz, weil Bosnien eben anders ist.“
Zum Schluss fragte ich sie noch nach Erfindungen und berühmten Leuten und bekam folgende Antworten:
  • die Krawatte
  • der Dalmatiner (vom altertümlichen Reich Dalmatien abgeleitet)
  • der Physiker Nikola Tesla.

Mir hat das Gespräch mit Lydia und ihrer Mutter großen Spaß bereitet, und ich konnte einige neue Informationen über ihre Heimat sammeln.


Auf dem Sprung

Gebürtiger Hallenser stellt sich unseren Fragen – von seiner Karriere als Skispringer bis hin zu seiner (Traum-)Doppelexistenz als Chinchilla.

  • von Anthony D. Martin/6a; Jenny Emrich/11c

Andreas Wank wurde am 18. Februar 1988 in Halle(Saale) geboren und ist ein leidenschaftlicher Sportsoldat. Außerdem ist er ein sehr guter Skispringer. Sein bisher größter internationaler Erfolg ist der Gesamtsieg beim Sommer-Grand-Prix 2012. Zudem gewann er bei den Olympischen Winterspielen 2010, die Skiflugweltmeiterschaft 2012 und in der Skiweltmeisterschaft 2013 jeweils die Silbermedaille mit dem Deutschen Team. Im Winter 2014, ein Tag vor seinem Geburtstag, wurde er in Sotschi Olympiasieger mit dem Team.

Er ist 1,90 m und 72 Kilogramm schwer. Sein Verein ist der SC Hinterzarten, bei dem er noch aktiv ist. Er ist seit 2001 im Nationalkader und hatte am 29. Dezember 2003 sein Debüt im Weltcup. Sein persönlicher Bestwert ist 214 m bei den Skifliegen 2014 in Vikersund.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Wank

Doch Wikipedia reichte uns nicht, wir wollten MEHR über Andreas Wank erfahren. Fragt sich nur wie… RICHTIG!… natürlich via Facebook.

Hier also nun das Ergebnis:

Legende:

von der Schülerzeitung vorgegebener Text und Andreas‘ Text

„Ich sitze hier gerade in Titisee und fülle diesen Fragebogen aus während ich Musik höre und einen Kaffee trinken kann.

Zum Skispringen bin ich gekommen durch die Suche nach einem Hobby und der Unterstützung meiner Eltern. Neben dem Skispringen habe ich noch viele andere Interessen.Zum Beispiel höre ich gerne die Musik von Chamillionaire und mein aktuelles Nummer 1 Lieblingslied  ist Overnight.*

Mein Lieblingsplatz in Halle ist der Boulevard, weil man dort herrlich einkaufen, Eis essen gehen kann und die zentralen Anlaufstellen, wie Theater oder Kino nicht weit entfernt sind.

In Halle bin ich in die Schule(n) ………………………………. gegangen, diese standen in …………………….…  .Meine Schulzeit war ……………………………………………………….…  .Ich habe in Halle (Saale) bis zum Alter von …. Jahren gewohnt, in der ………………………………..… StraßeNr…..

(Ich bin in Rothenburg an der Saale in der ersten und zweiten Klasse in die Grundschule gegangen und die folgenden zwei Jahre war ich in der Grundschule von Naundorf. Meine Schulzeit war schön und ich habe sie sehr mit Freunden genossen. Ich habe in Rothenburg bis zum Alter von 8 und anschließend in Domnitz gewohnt, in der Dalenaerstraße 14a.)

Ich finde Häuser am schönsten, die architektonisch modern und hochwertig gebaut sind. Meine Lieblingspizza ist Salami. Heute habe ich zum Frühstück Müsli mit Obst gegessen. Ich drehe immer fürchterlich durch, wenn etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle oder mir etwas gar nicht gelingen möchte. Als ich vergangenes Jahr in Malaysia war, habe ich mir die Großstadt Kuala Lumpur angesehen und konnte Urlaub am Strand an der Ostküste Malaysias machen.

Das letzte Mal im Schwimmbad war ich mit meiner Freundin. Wenn ich den Begriff „Klimawandel“ höre, denke ich an Erderwärmung und Industrie. Meine Einstellung dazu ist, dass sich einiges tun muss, und zwar weltweit geschlossen die Angelegenheit angegangen werden muss. Wahrheit ist für mich stets ehrlich zu sein und auch zu sagen, was man denkt.Wenn ich kein Mensch wäre,  wäre ich gerne ein Chinchilla in unserem Haushalt, denn denen geht’s, meiner Meinung nach, richtig gut bei uns.“

Andi Wank

Schülerzeitung AG - Wolffs Ruf-Logo [T-Shirt] (2.3.2)*Hier findet ihr den Link zu Andreas‘ Lieblingslied:

Der Bauchbrabbler

Jetzt habt ihr euch die Überschrift durchgelesen und denkt bestimmt: „Was/Wer ist denn der Bauchbrabber?“ Nun ich werde es euch erzählen. Bauchbrabbler, so nennt sich ein Schüler unserer 6c. Er heißt Joshua und ist Hobby-Bauchredner. Mithilfe seiner Puppe „Josef Pupperin von Strubbel“ macht er lustige kleine Geschichten auf  YouTube. Ich habe das Glück mit ihm in einer Klasse zu sein und konnte in Deutsch erfahren wie er das macht. Er hat uns sogar seine kleinen Tricks beigebracht.

  • von Violetta Schmidt/6c

Wolffs Ruf: „Wie bist du zum Bauchreden gekommen?

Joshua (J): „Tja, ich hab den einen Abend ein Video von Sascha Grammel geguckt und er hat mich inspiriert. Er ist ein Bauchredner und da hab ich mich gefragt : Hey was der kann, kann ich doch auch! Und da hab ich einfach angefangen zu Bauchreden. Abend für Abend einmal geübt, und dann hat´s irgendwann  geklappt.“

WR: „Jetzt eine Frage an Josef: Warum nennen dich einige den Cooleren?“

Josef Pupperin von Strubbel (JPvS): „Ja weil ich ihn meistens ärgere“

WR: „Was sagt Joshua dazu?“

J: „Tja, da hat er leider recht. In meinen Videos ärgert er mich wesentlich öfter als ich ihn. Und deshalb sehen die meisten ihn auch als Cooleren.“

WR: „Wer sind deine Vorbilder?“

J: „Mein Vorbild ist Sascha Grammel, er hat mir die Liebe zum Bauchreden gegeben.“

WR: „Josef vervollständige den Satz: Joshua ist … der Welt.“

JPvS: „Joshua ist…. einer der schlechtesten aber trotzdem guten Bauchredner der Welt.“

WR: „Wie ist der Name ‚Bauchbrabbler‘ entstanden?“

J: „Ich habe an einem Tag eine Website gesucht, und da hab ich eingegeben: Joshua und Josef.de, aber das gab es schon, genau wie Josef und Joshua. de. Und da ist einer meiner vielen Assistenten …“

JPvS: „Deinem Vater!“

J: „Ja. meinem Vater. ….darauf gekommen einfach den Bauchbrabbler zu entwickeln. Und dabei ist es auch geblieben.“

WR: „Josef: Wie würdest du das Verhältnis zwischen dir und Joshua beschreiben?“

JPvS: „Wir sind zwei sehr gute Kollegen. Nur wenn es darum geht wer der Bessere von uns beiden ist, dann ist es natürlich klar, dass ich es bin.“

WR: „Warum denkst du, dass du der Bessere bist?“

JPvS: „Also es gibt drei Gründe: erstens meine Frisur, zweitens mein Aussehen und drittens meine Wortwahl. Ich gucke wenigstens was Anständiges und nicht die Teletubbies.“

WR: „Joshua, woher nimmst du deine Ideen für die Videos?“

J: „Ich setzte mich in Bett  und nimm mir einen Zettel und einen Stift. Und irgendwann kommen die Ideen. Die versuche ich dann zu sprechen und wenn es klappt, dann nehme ich es.“

WR: „Wie lange dauert es ein Video aufzunehmen bzw. zu schneiden?“

J: „Um sie einzustudieren brauche ich meistens einen Tag. Aber ums sie aufs Band zu kriegen, dauert es etwas länger. Weil mein Videomacher nur selten da ist, dauert es auch etwas länger. Das ist der Grund warum ich verhältnismäßig wenig Videos auf meinem Kanal habe.“

WR: „Was ist denn daran so aufwendig?“

J: „Mein Videodreh ist aufwendig, weil ich erst eine passende Stütze für die Kamera finden muss. Und bis ich die gefunden hab, ist das Tageslicht schon weg.“

WR: „Josef, jetzt bist du wieder dran. Seit wann kennt ihr euch?“

JPvS: „Wir kenne uns seit dem 15. November 2011. Das war der Geburtstag von Joshua. Da hat er mich geschenkt bekommen. Vorher konnte er sich mich im Laden aussuchen. Und leider wusste ich da noch nicht, dass er seine Hand immer in meinen Hintern stecken wird.“

WR: „Josef, wann hast eigentlich du Geburtstag?“

JPvS: „Tja, das ist ’ne sehr schlechte Frage. Da muss ich kurz nachgucken…“

[Josef guckt auf sein Etikett am Hintern.]

JvPS: „Am 5. August 1901.“

WR: „OMG, dann bist du ja über 100 Jahre alt! Und immer noch so ..so.. so hässlich!“

JPvS: „Das liegt an meinem Anti-Aging Serum.“

WR: „Kannst du eins empfehlen?“

JPvS: „Die hab ich von Heidi Klum, frag sie.“

WR: „Empfindest du andere Puppen wie zum Beispiel Barbie oder Ken als Rivalen?“

JPvS: „Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen mir und Barbie. Ich kann meine Lippen bewegen!“

WR: „Hatte Joshua schon mal eine andere Puppe vor dir?“

JPvS: „Ja, also ´ne Sockenpuppe.“

WR: „Dankeschön für das Interview. Viel Spaß noch bei den kommenden Videos!“


Wieder neue Gesichter

Auch in diesem Jahr haben wir wieder neue Lehrer für ein Interview gesucht und gefunden. Frau Holzmann ist seit Anfang dieses Schuljahres bei uns am CWG und unterrichtet die Fächer Kunst und Geschichte.

  • von Elisabeth Friedemann/8a

1. Warum wollten Sie Kunstlehrerin werden?

„Nun, ich zeichne sehr gerne. Außerdem wollte ich meinem damaligen Kunstlehrer beweisen, dass ich nicht nur in Musik gut bin.“

2. Welches Fach mochten Sie damals gar nicht?

„Physik war damals gar nicht meins!“

3. Was war Ihr erster Traumberuf?

„Als erstes wollte ich Gärtnerin werden. Danach Floristin, dann Architektin. Und bevor ich Lehrerin geworden bin, wollte ich zur Bundeswehr.“

4. Haben Sie ein Vorbild in der Kunst?

„Oh ja. Den Collagen Pop-Art Künstler Robert Rauschenberg.“

5. Wer ist Ihr Lieblingsarchitekt?

„Eine Architektin. Sie ist zurzeit die angesagteste Architektin der Welt. Es ist die Iranerin Zaha Hadid. Sie ist wirklich toll.“

6. Welches ist Ihr Lieblingsgemälde?

„Also, ein richtiges Lieblingsgemälde habe ich nicht. Aber ich finde ‚Die Seerosen‘ von Claude Monet sehr schön.“

7. Was machen Sie in Kunst am liebsten?

„Collagen mache ich am liebsten.“

8. Wenn Sie ein Baum wären, welcher wäre das?

„Also, wenn ich schon die Entscheidung habe, dann eine Platane.“

9. Und nun die letzte Frage. Als was/ wer würden Sie am liebsten wiedergeboren werden?

„Mmmm… mmm… ich glaube… ach ja. Am liebsten als Big Mac.“


„Cornelia Lüddemann am Apparat“

Ein Telefoninterview über Doppelstockbetten, den „Herrn der Ringe“ und die Diskriminierung von Schwulen.

  • von Jenny Emrich (Klasse 9)

Sie ist die Frau, die den Rahmenrichtlinien der Bundesärztekammer den Kampf angesagt hat. Eine Politikerin, die nicht nur redet, sondern tatsächlich versucht in dieser Welt etwas zu verändern. Mit ihrem Antrag an das sachsen-anhaltische Parlament für die Zulassung homo-und bisexueller Männer zur Blutspende hat sie ein Problem aufgegriffen, dass schon seit Langem für Empörung innerhalb der deutschen Schwulen-und Lesbenverbände sorgt.

Und sie ist damit nicht auf taube Ohren gestoßen, denn: Der Antrag wurde mit nur 2 Gegenstimmen verabschiedet! Um zu erfahren ob und wie die Steine weiterrollen, haben wir zum Telefonhörer gegriffen und persönlich mit ihr gesprochen.

Wolffs Ruf: „Was genau ist seit der Verabschiedung des Antrags geschehen? Welche Schritte sind für die gesetzliche Verankerung und das Ändern der Fragebögen erforderlich?“

Cornelia Lüddemann: „Wie immer in der Politik ist das alles nicht so einfach und relativ langwierig. Die Landesregierung hat ihre Dreimonatsfrist ausgereizt, um auf den Beschluss des Landtages zu reagieren. Im Ergebnis wird sie genau das tun, was wir wollen. Unser Ziel ist es, den Antrag über den Bundesrat weiter in Gang zu setzen, so dass die Bundesärztekammer gezwungen ist ihre Richtlinien zu ändern. Die Landesregierung wird auch direkt an die Bundesärztekammer herantreten. Das ist ein großer Erfolg.“

Wolffs Ruf: „Gilt diese Regelung dann nur in Sachsen-Anhalt oder in der gesamten Bundesrepublik?“

Cornelia Lüddemann: „Die Fragebögen würden in ganz Deutschland geändert werden.“

Wolffs Ruf: „Wie sähen diese Änderungen eigentlich aus?  Die Frage nach der sexuellen Orientierung (homo-/bi/heterosexuell) würde doch sicher rausgenommen werden. Bleibt dann nur noch die Frage bestehen, ob man in einer monogamen Beziehung lebt oder wechselnde Geschlechtspartner hat?“

Cornelia Lüddemann: „Ich finde die Fragen nach der sexuellen Orientierung UND Lebensweise sollten vollständig gestrichen werden, da bei der Blutspende ausschließlich die Testergebnisse des Labors zählen. Schließlich ist die Forschung heutzutage so gut entwickelt, dass sie zu fast 100% verlässlich ist.“

Wolffs Ruf: „Gibt es Vereinigungen bzw. Personengruppen, die gegen Ihren Antrag sprechen?“

Cornelia Lüddemann: „Es ist mir noch nicht wirklich etwas zu Ohren gekommen. Höchstens einige wenige Stimmen aus der katholischen Kirche, aber diese bilden die Ausnahme.“

► Also quasi nach dem Motto: Alle sind dafür, aber trotzdem tut sich nix. Helfen wird uns jetzt, so traurig das ist, die Macht des Faktischen. Die Anzahl der Blutspenden gehen in ganz Deutschland zurück und das bringt viele zum Nachdenken. Auch zum Nachdenken über längst überlebte Richtlinien.

Wolffs Ruf: „Möchten Sie unseren Lesern diesbezüglich noch etwas mitteilen? Ansonsten würde ich Ihnen noch ein paar Fragen zu Ihrer Person stellen, wenn das für Sie in Ordnung ist.“

Cornelia Lüddemann: „Vielleicht den Hinweis, dass Politik auch vom Mitdenken aller lebt. Zögern Sie nicht, wenn Sie eine Ungerechtigkeit erleben, diese eigenaktiv oder uns Politikerinnen und Politiker zu informieren. Ansonsten gern auch andere Fragen.“

Wolffs Ruf: „Laut dem auf Ihrer Homepage (www.cornelia-lueddemann.de) einsehbarem Lebenslauf sind Sie seit 1992 Mitglied im Kreisverband Dessau-Roßlau, jedoch mit einer einjährigen Unterbrechung. Als Grund wird dafür der Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan angegeben. Wie genau ist das zu verstehen?“

Cornelia Lüddemann: „Um diesem Konflikt entgegenzuwirken sollte man nicht mit militärischen Mitteln eingreifen. Ein konsequentes Waffenembargo, alternative Einkommen zum Opiumanbau und Investitionen in bessere Schulbildung wäre meine Antwort. Das sinnlose Verbrennen von Menschen und Material konnte ich mit meinem Gewissen einfach nicht vereinbaren. Da die Partei aber für die Einsendung der Soldaten stimmte, sah ich mich gezwungen sie zu verlassen.“

Wolfs Ruf: „Und warum sind sie ein Jahr später wieder eingetreten?“

Cornelia Lüddemann: „Weil mir bewusst geworden ist, dass ich mich nur dort engagieren kann, um etwas zu verändern und die Denkweise in eine andere Richtung zu lenken. In meinem derzeitigem Amt als Landesvorsitzende kann ich bei den Entscheidungen z.B. wie unser Bundestags-Wahlprogramm aussehen soll, mitbestimmen. Ich denke dennoch, dass es richtig war auszusteigen und bereue es nicht. Aber ich bin auch froh einen neuen Versuch gewagt zu haben. Ich kenne keine bessere Gesellschaftsform als die repräsentative Demokratie und die lebt nun mal von aktiven Parteien und respektiven Parteimitgliedern.“

Wolffs Ruf: „Gibt es eigentlich etwas, woran Sie sich während Ihrer Studienzeit an unserer MLU in Halle noch besonders (gern) zurückerinnern?“

Cornelia Lüddemann: „Das ist ja schon ziemlich lange her. Damals war die Universität noch ganz anders. Ich weiß noch, dass wir Erziehungswissenschafts-Studenten das damalige Gebäude am Böllberger Weg besetz hatten, weil unser Studiengang abgesetzt werden sollte. Eher negativ habe ich unser Wohnheim in Erinnerung, in dem ich mit 7 Kommilitoninnen  in einem Zimmer mit 4 Doppelstockbetten lebten.“

Wolffs Ruf: „Wenn Sie in Ihrem stressigen Alltag als Politikerin doch einmal Zeit für sich finden, wie entspannen Sie sich?“

Cornelia Lüddemann: „Ich lese sehr gern und gehe gern ins Kino oder zum Paddeln. Eine meiner vielen Lieblingsbuchreihen ist z.B. der „Herr der Ringe“.

Wolffs Ruf: „Was macht diese Reihe für Sie besonders?“

Cornelia Lüddemann: „Ich finde es erstaunlich, dass der Spannungsbogen über die gesamten Bücher anhält und es nie langweilig wird.“

Wolffs Ruf: „Und welche Sendungen oder Filme bevorzugen Sie im Fernsehen bzw. Kino?“

Cornelia Lüddemann: „Im Allgemeinen schaue ich sehr wenig fern. Wenn, dann am liebsten Tatort oder ich hole mir einen Film aus der Mediathek.“

Wolffs Ruf: „Dann bedanken wir uns recht herzlich bei Ihnen für das Interview. Wir sind gespannt wie es in Sachen Blutspende weitergeht.“

Cornelia Lüddemann: „Es war mir ein Vergnügen.“


Mission helfende Hand – 4 schaffen mehr als 2

Dieses Mal dreht sich das Interview nicht um die interessante Privatsphäre der Lehrer, sondern wir haben uns in die geheimen Kreise der sozial engagierten Schüler unseres Christian-Wolff-Gymnasiums vorgewagt in der Hoffnung, dass Euch auch so etwas interessiert.

  • von Jenny Emrich (Klasse 8)

„Lebenswelt: Welt der Lebenden…lebendige Welt….lebendige Welt der Lebenden…- oder wie jetzt?“

Für diejenigen unter euch, die keinen blassen Schimmer haben, was um Himmelswillen das Projekt Lebenswelt sein soll (obwohl es in unserer schönen Schule eine komplette Notizwand zu diesem Thema gibt) hier eine kurze Einführung. Die Anderen brauchen sich mit diesem Absatz nicht länger aufzuhalten. Lebenswelt wird ab der 9. Klasse neben Italienisch, Latein, Moderne Medienwelt, Astronomie und Psychologie als Wahlpflichtfach angeboten. Soziales Engagement, das ist der Grundgedanke und ,,rote Faden“ des Projekts, denn dieses Fach gibt sich nicht nur mit theoretischem Grundwissen ab. Endlich können wir Schüler selbst die Dinge in die Hand nehmen, indem praktische Erfahrungen in Einrichtungen wie Altersheimen, Kindergärten, Tierheimen,…-ach, eben alles Sozialem -gesammelt werden. Am besten ihr lasst euch das noch mal genauer von zwei echten Expertinnen erklären, Mandy (9b) und Anna (9b), die seit Oktober in der Bahnhofsmission aus -und mithelfen.

Schülerzeitung: Warum habt ihr euch unter den Wahlpflichtfächern gerade für Lebenswelt entschieden?

M und A: „Natürlich, weil man sich in diesem Fach für Menschen engagiert und ihnen helfen kann.“

Schülerzeitung: Wie viele Lebensweltler gibt es?

M und A: „Insgesamt so ca. 28, davon 6 aus der 10. Klasse.“

Schülerzeitung: Wie wurde entschieden in welche Einrichtung ihr kommt?

M und A: „Uns wurden ein paar vorgestellt und am Ende konnten wir selbst entscheiden, wo wir hinwollen. Die Bahnhofsmission fanden wir deshalb interessant, weil man oft nur das Äußere hilfebedürftiger Menschen sieht und über sie selbst nichts weiß. Es ist also eine Möglichkeit ihre Geschichten zu erfahren und warum sie in dieser Lebenssituation sind.“

Schülerzeitung: Wie funktioniert die Bahnhofsmission?

M und A: „Also es gibt den Innen-und den Außendienst. Der Innendienst ist für die Zubereitung und die Verteilung des Essens zuständig, das es bei uns umsonst oder sehr preiswert gibt. Außerdem unterhält man sich mit den Menschen und tröstet sie ggf. Der Außendienst hilft zum Beispiel Behinderten oder Frauen mit Kinderwagen aus dem Zug oder Ausländern, die den Fahrplan nicht verstehen.“

Schülerzeitung: Wie wird eure Arbeit eigentlich benotet?

M und A: „Zunächst wird man von der Einrichtung selbst bewertet.  Dann werden noch 1 bis 2 Klausuren im Jahr geschrieben und außerdem führt man während der Zeit in den Einrichtungen (bis Oktober Theorie, ab Oktober Praxis) eine Art Tagebuch, das am Ende vorgestellt wird. Der Lernstoff (ja?) ist eine Mischung aus Ethik und Sozialkunde.“

Schülerzeitung: Empfindet ihr das Projekt eher als Unterrichtsfach oder als Hobby?

Anna: „Schon noch als Fach.“

Mandy: „Hobby.“

Schülerzeitung: Was macht ihr sonst noch so in eurer Freizeit?

Mandy: „Ich spiele Gitarre, singe und ich skate gern.“

Schülerzeitung: Habt ihr als Lebensweltler etwas erlebt, was ihr nie vergessen werdet?

Anna: „Ich musste mal einem Behinderten im Rollstuhl aus dem Zug helfen und ich wusste nicht, wie ich das anstellen sollte. War gar nicht so einfach.“

Mandy: „Es kamen mal ein kleines Kind, eine ehemalige Obdachlose und ein Pfarrer zu uns. Der Pfarrer hatte das Kind aus unzumutbaren Familienverhältnissen bei sich aufgenommen und später auch eine Obdachlose. Nun, die drei hatten kaum Geld und haben trotzdem etwas in unsere Spendenkasse gegeben.“

Anna: „Wir müssen eine blaue Uniform tragen, um uns von den Anderen auf dem Bahnhof zu unterscheiden. Einmal stand ich genau vor der Toilette, weil ich einem Behinderten geholfen hatte. Da hielt mich eine Passantin für die Klofrau und hat mich total vollgemeckert.“

Schülerzeitung: Wir haben gehört, dass ihr von Joachim Gauck aufgrund eures Engagement am 18.06. ins Schloss Bellevue eingeladen wurdet. Wie ist es dazu gekommen?

Anna: „Ich habe in den Frankeschen Stiftungen mal einen Vortrag über Lebenswelt und die Bahnhofsmission gehalten. Anschließend meinte jemand Wichtiges aus dem Publikum, ein Politiker, dass er auf mich zurückkommen würde. Ich habe mir nichts dabei gedacht und dann erfuhren wir später von unserer Klassenlehrerin, dass wir zum Demokratie-Fest vom Bundespräsidenten eingeladen worden sind.“

Schülerzeitung: Wie muss man sich das vorstellen?

M und A: „So genau wissen wir das auch noch nicht. Es sollen so um die 400 Kinder und Jugendliche erscheinen, mehr ist uns nicht mitgeteilt wurden.“

Schülerzeitung: Wollt ihr Lebenswelt nächstes Jahr fortführen?

Mandy: „Ich nicht, weil ich in diesem Fach keine Abi-Prüfung machen kann und mir das also nicht wirklich was bringt. Deswegen habe ich für nächstes Jahr Psychologie gewählt. Trotzdem werde ich es außerschulisch weiter machen.“

Anna: „Ich bleibe dabei.“

Schülerzeitung: Was konntet ihr aus euren Erlebnissen mitnehmen.

M und A: „Das Übliche. Wir sind selbstbewusster, offener und freundlicher geworden. Außerdem haben wir nicht mehr so viele Vorurteile, wir denken jetzt anders über hilfebedürftige Menschen und sehen sie nicht mehr als arme, eklige Schlucker. Obwohl das Gerücht über ihren oft unangenehmen Körpergeruch leider stimmt.“

Schülerzeitung: Gibt es noch andere negative Aspekte?

A und M: „Das frühe Aufstehen am Samstag ist ziemlich nervig (7-13.00 Uhr). Wir bekommen die Lebensmittel für die Mission oft von Supermärkten oder Bäckereien. Leider geben die einem manchmal auch unbrauchbares Zeug mit, wie alkoholversetzte Produkte. Die schleppt man dann völlig sinnlos mit sich herum.“

Schülerzeitung: Wisst ihr schon was ihr beruflich werden wollt?

M und A: „Nein“.

Jetzt ein paar Situationsfragen:

Schülerzeitung: Ihr wollt gerade das Altersheim verlassen, das eure Lebenswelt Einrichtung ist, als ihr seht, wie ein 85 jähriger Mann einem Kleiderständer einen Heiratsantrag stellt. Dieser befindet sich dummerweise direkt vor der Eingangs-bzw. Ausgangstür, sodass ihr nicht an dem davor knieenden Mann vorbei kommt. Und er will erst wieder aufstehen, wenn der Kleiderständer ja gesagt hat. Was würdet ihr tun?

Anna: „Ich würde den Kleiderständer woanders hinstellen.“

Mandy: „Du bist ja fies! Ich würde so tun, als wäre ich der Kleiderständer und würde ja sagen. So einem alten Mann kann man wohl kaum beibringen, dass es nur ein Kleiderständer ist.“

Anna: „Das ist wohl besser? Gut, dann würde ich das auch so machen.“

Schülerzeitung: Ihr sollt für eine Kindergartengruppe einen Ausflug organisieren, Im Zoo und auf der Peißnitz waren sie schon und baden gehen wollen sie nicht. Was würdet ihr mit ihnen unternehmen?

Mandy: „Ich würde mit ihnen in den Wald gehen: Blätter sammeln, Tipis bauen, Spiele machen usw..“

Anna: „Wie wäre es mit einer Fahrradtour?“

Schülerzeitung: Sind sie dafür nicht zu klein?

Mandy: „Ja und außerdem zu viele.“

Anna: „Dann lassen wir`s eben beim aktiven Waldspaziergang.“

Hoffentlich konnten wir euch hiermit dieses Fach ein bisschen näher bringen und euch für soziale Arbeit interessieren.

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