Interviews

Die Dreistigkeit kennt keine Grenzen

BESTER ARTIKEL 2016/2017

Seit einigen Jahren betreue ich als freiberufliche Dipl.-Journalistin die Schülerzeitung „Wolffs Ruf“ am Christian-Wolff-Gymnasium. Da bleibt es nicht aus, dass man auch mal die Mädchen-Toilette der Schule besuchen muss. Was man da immer wieder zu Gesicht bekommt, lässt einen schon ganz schön an Verstand und Manieren mancher Schülerinnen zweifeln. Aber bei den Jungs sieht es scheinbar auch oft nicht viel besser aus: Zerfetzte Klo-Rollen plus Müll in den Räumlichkeiten, Toiletten mit Kot – nicht weggespült, mehrere Brötchen – in die Toilette gestopft, Cremeseife und Haare in den Waschbecken und, und, und.

  • von Gabriele Bräunig
  • Fotos: Gabriele Bräunig

Ich schäme mich für Euch, Mädels. Sieht es bei Euch zu Hause auch so aus? Räumt Euch Mutti da ebenfalls jeden Dreck weg und alles hinterher? Und: Ich habe mich schon oft gefragt, wie sich die Reinigungskräfte dabei fühlen, so etwas ständig zu sehen – und zu beseitigen.

Hier ein Interview mit Elvira Bamberg, der Vorarbeiterin der Reinigungskräfte am Christian-Wolff-Gymnasium.

1. Frau Bamberg, wie lange arbeiten Sie schon als Reinigungskraft am Christian-Wolff-Gymnasium?

»Ich bin jetzt im 13. Jahr hier.«

2. Stehen Ihnen noch weitere KollegInnen bei Ihrer Arbeit zur Seite?

»Neben mir als Vorarbeiterin sind über die Stadtwerke Halle hier noch eine Vollzeit- sowie eine Teilzeitkraft tätig.«

3. Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit Spaß?

»Früher hat mir meine Arbeit hier mal Spaß gemacht; da gab es auch mal ein Dankeschön für das, was wir tun – oder wenigstens ein „Guten Tag!“ von den Schülern. Heute macht die Arbeit am CWG eigentlich nicht mehr wirklich Spaß.«

4. Weshalb ist das so?

»Die Schulleitung ist begeistert von unserer Arbeit; sie möchte uns nicht missen. Auch kommt von den Eltern ab und zu ein Dank, wenn wir Dinge, die Schüler verloren haben, wiederfinden.

Aber sonst hören wir von den etwa 800 Schülern keinen Dank mehr für unseren Fleiß. Wir werden – als Menschen und als Fachkräfte – kaum noch wahrgenommen. Man wertschätzt unsere wichtige Arbeit nicht. Im Gegenteil: Manche arroganten Schüler denken, sie wären etwas Besseres – obwohl sie bisher in ihrem Leben kaum etwas geleistet haben. Die lachen uns sogar für unsere Tätigkeit aus. Denen hat scheinbar niemand beigebracht, dass man für Geld arbeiten muss.

»[…] wir arbeiten nur noch für die Nacht.«

Elvira Bamberg
Reinigungskraft am CWG

Wir sagen immer, wir arbeiten nur noch für die Nacht. Wenn die Schüler morgens in die Schule kommen, dann dauert es nicht lange und alles ist wieder schmutzig. Die 5. Klassen sind zum Teil besonders gedankenlos. Sie schleppen z.B. den dicksten Matsch mit in die Klassenräume, ohne sich die Schuhe abzutreten.

Außerdem lassen viele Mädchen und Jungen einfach alles fallen, was sie loswerden wollen – egal, wo sie gerade gehen oder stehen. Sie benutzen die vorhandenen Mülleimer nicht wirklich. Manche stopfen sogar mehrere Brötchen auf einmal, zum Teil sogar noch verpackt, in die Toiletten hinein. Was denken sich diese Schüler dabei?

Ich möchte betonen: Es sind nicht alle Schüler so, und es gibt auch nette und höfliche, aber es wird immer schlimmer.«

5. Sprechen Sie die Schüler auch mal an, wenn diese so gedankenlos und oberflächlich sind?

»Ja, natürlich. Aber oft haben wir schlechte Chancen. Entweder man registriert unsere Bitten gar nicht erst, oder man wird gleich pampig. Ich musste mir leider schon solche Sätze anhören, wie zum Beispiel: „Wozu sind Sie denn sonst da!?“

Wenn gar nichts hilft, holen wir den Schulleiter oder die stellvertretende Schulleiterin.«

6. Glauben Sie, dass sich die Schüler zu Hause auch so verhalten?

»Nee, definitiv nicht!!! Da dürfen sie das nicht, und sie trauen sich das auch nicht. Denn vor ihren Eltern haben sie Respekt. Vor uns leider nicht.«

7. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie so ignorant, respektlos und überheblich behandelt werden?

»Schlecht. Da fühle ich mich richtig schlecht. Die anderen beiden Kolleginnen ebenfalls. Und wir fragen uns, was wir verkehrt gemacht haben. Eigentlich ja nichts.«

8. Wie möchten Sie behandelt werden?

»Ich möchte respektvoll behandelt werden – als Mensch, und weil ich eine ehrenwerte sowie wichtige, verantwortungsvolle Arbeit mache. Außerdem: Ich tue wirklich niemandem etwas.«

9. Heute, am 21. April, ist wieder Frühjahrsputz in der Schule – wozu die Redaktion der Schülerzeitung aufgerufen hat. Könnte dies dazu beitragen, dass Ihre Tätigkeit mehr geachtet wird und dass die Schüler künftig auf mehr Ordnung und Sauberkeit achten?

»Ich finde diese Aktion sehr gut. Es beteiligen sich sogar mehr Schüler am Frühjahrsputz als erwartet. Wir sind sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung.  Und dabei kann man natürlich gleichfalls erfahren, wie wichtig und auch schwer die Arbeit einer Reinigungskraft ist.«

10. Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft am Christian-Wolff-Gymnasium?

»Ich wünsche mir, dass die Schüler mehr Ordnung halten sowie respektvoller uns gegenüber sind. Dann haben wir vielleicht auch mal wieder mehr Freude an unserer Arbeit. Und wir wissen wieder, für wen wir das alles tun. Man sollte sich ein Beispiel an den ausländischen Kindern an dieser Schule nehmen: Die sind freundlich zu uns und achten unsere Tätigkeit. Vielleicht hat ihnen das ja zu Hause jemand beigebracht.«

Für das Gespräch bedanke ich mich recht herzlich bei Frau Bamberg.


Die große Reise im Mai

Eine kleine Tradition unserer Redaktion ist es, sich im Januar mit Schulleiter Herrn Andreas Slowig über aktuelle Geschehnisse am CWG zu unterhalten. In diesem Jahr erfahrt Ihr mehr über die Klassenfahrtswoche und die Sanierung unseres Osthofs.

  • von Lars Ruckhardt/7c; Theodor Wolf/7c
  • Fotos: Theodor Wolf/7c; Clemens T. Kral/10b
[Hinweis: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der achten Printausgabe im Januar 2017 heraus und wird nun nachträglich auf unserer Website in ungekürzter Form veröffentlicht.]

Klassenfahrtswoche

1. Was ist die Klassenfahrtswoche?

»Es ist eine Woche, die in diesem Jahr zwischen dem 8. und 12. Mai festgelegt wurde, in der alle Klassen auf Klassenfahrt gehen sollen. Wir haben uns für die Variante entschieden, weil wir gesehen haben, dass einzelne Klassenfahrten zu einem enormen Unterrichtsausfall geführt haben. Durch diese Lösung wird der einzelne Ausfall minimiert. Wir hatten dazu bisher nicht die Möglichkeit, weil wir einfach nicht die Reisekosten und Zuschüsse, die dafür gebraucht werden, bündeln konnten. Seit dem letzten Jahr dürfen wir Mittel sparen, über die Jahre hinweg. Früher musste man immer in einem Jahr eine bestimmte Anzahl an Mitteln ausgeben. Außerdem haben wir in diesem Jahr keine Abiturprüfungen und wollen so diese Chance nutzen. Wir denken auch, dass es gar nicht so schwer sein wird, so eine Fahrt zu organisieren und ein Ziel für die Lehrer zu finden, weil die Woche eben in der Abiturzeit liegt, in der ebenso viele andere Bundesländer nicht häufig auf Klassenfahrten zurückgreifen können.«

2. Wieso findet sie im Mai statt und ab nächstem Schuljahr im September?

»Es wurde so entschieden, weil der Mai – was das Wetter angeht – ein guter Monat ist und wie gesagt keine Abiturprüfungen in diesem Jahr an unserer Schule durchgeführt werden. Wir sind der Meinung, dass andere Schulen keine Klassenfahrtswoche durchführen, weshalb wir viel leichter Angebote einholen können. Außerdem liegen zwischen den Oster- und Sommerferien keine weiteren nennenswerten Ferientage. Deshalb wollen wir diesen Zeitraum durchbrechen. Wie alles hat auch das seine Tücken: Alle Lehrer müssen auf Fahrt geschickt werden und auch die Schulleitung muss mit, sonst bekommen wir es nicht abgesichert. Die Problemfrage, die schwerer zu lösen scheint als sonst, ist natürlich, was man mit den wenigen Schülern macht, die nicht mitfahren können. Wir werden prüfen, ob das wirklich die Dauerlösung wird; ich zweifle manchmal daran. Ebenfalls können wir es nie wieder im Mai machen, weil wir dann wieder Abiturprüfungen haben. Im September gibt es das Problem, dass es sich mit dem Schüleraustauch mit Sankt Petersburg überschneidet, den wir auch pflegen wollen. Zusätzlich findet dann wieder die Abschlussfahrt der 12. Klassen im September statt. Es war ein Versuch, in einer besonderen Situation die Kräfte zu bündeln und zu sagen, dass wir danach zwei Jahre Ruhe haben. Dass ab nächstem Schuljahr die Fahrt im September stattfindet, sehe ich heute noch nicht.«

3. Gab es aus der Lehrerschaft breite Zustimmung oder war die Begeisterung eher nicht so groß?

»Es gab eigentlich keine breite Zustimmung. Ich muss auch sagen, dass wir das als Schulleitung einfach festgelegt haben, was wir sonst nicht machen. Aber jetzt hat jede Klasse ein Ziel, jetzt wird es gemacht und wir machen unsere Erfahrungen. Diese Situation im Mai werden wir nie wiederbekommen.«

4. Sind genügend LehrerInnen vorhanden, sodass bei jeder Klasse zwei BetreuerInnen mitfahren können? Oder werden manche Klassen auch von Eltern begleitet?

»Ja, wir bekommen das hin. Aber es gibt sowieso immer Lehrer, die lieber einen Elternteil mitnehmen wollen. Außerdem könnten Praktikanten, Referendare oder FSJ-ler (FSJ = Freiwilliges Soziales Jahr) mitfahren. Wir können uns auch über einen neuen Kollegen und neue Referendare freuen. Ich freue mich zudem, dass ich wieder einmal auf Klassenfahrt gehen kann. Zuletzt konnte ich das als Klassenleiter miterleben. Es ist ein Kraftakt, aber es geht.«

5. Ist Ihnen bekannt, ob auch mehrere Klassen in die gleiche Stadt bzw. gleiche Jugendherberge fahren?

»Ja, es gibt eine „Verbindung“ von einmal 5 und einmal 4 Klassen. Darüber hinaus fahren mehrere Klassen nach Stralsund. Das macht die Sache mit der Lehrerversorgung leichter, denn wenn 5 Klassen zusammenfahren, braucht man vielleicht nicht 10 Lehrer.«

Neues vom Schulhof

6. Welche Veränderungen werden uns zukünftig auf dem Osthof erwarten? „Nur“ neues Pflaster oder noch andere neue Dinge?

»Es wird sich leider nur auf das Pflaster beschränken. Dazu bekommen wir noch eine Vorrüstung für eine Sprinterbahn und eine Weitsprunggrube. Das muss man sich so vorstellen: Es wird nur Erde hingelegt und später kann man ganz einfach darauf bauen. Jetzt ist leider wegen des Frosts Baustopp. Uns erwartet kein Wunder – es ist nur ein Fünftel von dem, was wir bräuchten, aber kleine Schritte sind besser als keine. Bänke bekommen wir auch mit Hilfe unseres Schulfördervereines hin.«

7. In dem Artikel „Zwei ‚Urgesteine‘ im Interview“ mit Frau Dietz und Frau Würfel in der 7. Printausgabe antwortete Frau Dietz auf die Frage „Wie viele Sanierungen wurden [bereits am CWG] unternommen?“ Folgendes: »[…] Seit 1994 ist die Sanierung des Schulhofes in Planung, wurde aber bisher nicht realisiert.« Seit 22 Jahren ist es in Planung, im Dezember 2016 gingen die Bauarbeiten los. Hat sich das Warten gelohnt und was denken Sie darüber?

[lacht…] »Wenn es nach uns gehen würde, hätten wir nicht gerne gewartet, aber man muss verstehen, dass es dauert. Wir sind eine weiterführende Schule, wie lange hält man sich auf dem Schulhof und wie lange im Schulhaus auf? Die Stadt hat einen Sanierungsstau von 200 Millionen Euro, alleine im Schulbereich. Da ist es fast natürlich, dass ein Schulhof immer weiter hinter rutscht – ich finde das nicht gut. Wir sind aber froh über den Zustand unseres Gebäudes. Natürlich ist der Hof das letzte große Projekt und es ist inakzeptabel, dass er 22 Jahre vor sich hin verschleißt. Dass es keine Chance in dieser Zeit gegeben haben soll, glaube ich auch nicht. Wir kämpfen weiter, aber: Vielleicht wird der Schulhof zeitgemäßer, als er vor 22 Jahren geworden wäre. Das Stückchen, das gemacht wird, ist ein Stück nach vorne! Und der Posten, der noch zu machen ist, wird immer kleiner. Der Schulhof ist getaxt zwischen 400.000 und 500.000 Euro. Wenn es dann nur 200.000 oder 150.000 sind, wird es einfacher. Es ist eine Verbesserung, dafür müssen auch Bauarbeiten in Kauf genommen werden.«

8. Sollen die anderen drei Schulhöfe oder sogar die Fußballwiese demnächst auch erneuert werden? Wenn ja, wann?

»Die Fußballwiese nehmen wir mit Hilfe unseres Schulfördervereins in die Hand. Dort soll ein Bodenausgleich und eine komplette Rasenerneuerung vorgenommen werden – wenn alles gut läuft, schon dieses Frühjahr. Zum Schulhof kann ich keine konkreten Aussagen machen.«

Sportanlagen

9. Sie, der Schülerrat und viele andere Personen kämpfen dafür, dass unsere Schule Sportanlagen, wie z.B. eine Sprintbahn oder Weitsprunggrube, bekommt. Was wurde bis jetzt unternommen und weshalb ist dies nötig?

»An einem Ort, wo über 800 Schüler zusammenkommen, ist ein Sportplatz unverzichtbar. Das Problem ist, dass wir einfach nicht den Platz auf unserem Schulhof haben. Aber die Nachbarschulen haben die Anlagen und diese werden saniert. So wird ein moderner Sportplatz entstehen, der auch für uns die Leichtathletische Ausbildung absichern soll – darauf setze ich. Wenn das Geld für die Sprintbahn und Weitsprunggrube da ist, schlagen wir zu, aber das ist eigentlich nur eine Verlegenheitslösung. Wir brauchen einen ordentlichen Sportplatz. Da drüben ist die Fläche da, und dort wurde diesbezüglich auch schon etwas angedeutet.«

10. Was ist Ihrer Meinung nach das aktuell wichtigste Sportobjekt, das dem CWG fehlt?

»Das ist schwer zu sagen…: die Leichtathletikanlagen natürlich. Ich würde mir für die Außenanlagen einen Basketball- und Volleyballbereich wünschen, am besten gleich einen Sportkomplex der Superlative mit Schwimmhalle!smiley Neben dieser Außenanlage bräuchten wir eigentlich noch Turnhallenkapazität. Es müssten drei Klassen gleichzeitig Sport machen, das geht aber nicht.«

Wir bedanken uns bei Herrn Slowig für das ausführliche Gespräch und sind guter Dinge, dass es an unserer Schule vorangeht.


Zwei „Urgesteine“ im Interview

ADVENTSKALENDER 2016 – TÜRCHEN #24

Ihr wollt mehr über die geschichtliche Entwicklung des CWG erfahren? Kein Problem! Wir befragten dafür Frau Dietz und Frau Würfel, die bereits seit der Entstehung der Schule im Jahr 1991 dabei sind.

  • von Lars Ruckhardt/7c; Clemens T. Kral/10b
  • Foto: Theodor Wolf/7c
[Hinweis: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der siebten Printausgabe im September 2016 heraus und wird nun nachträglich auf unserer Website in ungekürzter Form veröffentlicht.]

Frau Dietz und Frau Würfel sind zwei Lehrkräfte, welche die gesamte Entwicklung am Christian-Wolff-Gymnasium bis heute hautnah miterlebten. Um mit ihnen über die vergangenen Ereignisse zu sprechen, haben wir ihnen spezifische Interviewfragen gestellt und neue Erkenntnisse sammeln können.

1. Welche Fächer unterrichten Sie?

Fr. Dietz: »Mathematik und Astronomie.«

Fr. Würfel: »Zuerst Englisch und Russisch, seit 1995 noch Italienisch, aber kein Russisch mehr. Seit diesem Jahr ist für mich auch der Wahlpflichtkurs „Lebenswelt“ dazugekommen.«

2. Was hat sich der Gründung der Schule hier verändert?

Fr. Dietz: »Die innere und äußere Sanierung des Gebäudes und der Sporthalle sowie der Lehrerbestand und die wechselnde Anzahl der SchülerInnen (erst 700, dann 400, mittlerweile 800). Des Weiteren hält heutzutage viel mehr Technik hier Einzug.«

Fr. Würfel: »Einiges! Darunter fallen die Ausstattung, Sanierungen, das Raumnutzungskonzept, die Anzahl der Lehrer und SchülerInnen, der höhere Lärmpegel im Schulhaus und die geringere Sauberkeit.«

3. Wie gestaltet sich die Entwicklung der SchülerInnen im Vergleich zu den Vorjahren?

Fr. Dietz: »1991 waren die SchülerInnen noch selbstständiger und verantwortungsbewusster, im Allgemeinen reifer.«

Fr. Würfel: »Die früheren SchülerInnen (bis ca. Ende der 2000-er Jahre) waren oft konzentrierter, interessierter, fleißiger, verantwortungsbewusster. Es gab nicht so viele Konflikte untereinander, und sie waren noch nicht allzu sehr abgelenkt durch Handys, Internet und soziale Netzwerke.«

4. Hat sich die Raumverteilung geändert?

Fr. Dietz: »1991 gab es im Nordtrakt noch eine Grundschule (6. POS), die 2000 vor der Sanierung des Hauptgebäudes mit der Grundschule Kastanienallee fusionierte.«

Fr. Würfel: »Ja, leider mussten wir von unserem Raumnutzungskonzept nach der Sanierung wieder abweichen, da wir zu viele SchülerInnen und zu wenig Räume haben.«

5. Wie hat sich das Durchschnittsalter der Lehrer im Laufe der Zeit entwickelt?

Fr. Dietz: »Anfangs lag es bei 40, 2012 bei ca. 52 und jetzt bei etwa 50 Jahren.«

Fr. Würfel: »Zum Anfang der 1990-er Jahre gab es eine größere Gruppe (uns!) junger Lehrer zwischen Mitte 20 und Anfang 30 Jahren. Dann zwei Jahrzehnte lang keine „Auffrischung“, bis nun wieder viele junge Kollegen dazukamen. Und das ist auch gut so!«

6. Wie viele Sanierungen wurden unternommen?

Fr. Dietz: »Es gab fünf Etappen: 1995 die Sporthalle, 2000 der Mitteltrakt, 2001-2002 der Nordtrakt, 2003-2004 der Südtrakt und 2010-2011 die Fassade des Gebäudes. Seit 1994 ist die Sanierung des Schulhofes in Planung, wurde aber bisher nicht realisiert.«

Fr. Würfel: »Zuerst die Turnhalle, dann über mehrere Jahre die gesamte Schule. Damals hatten wir Toiletten-Container auf dem Nordhof vor meinem Raum 126! J«

7. Macht es Ihnen Spaß, am CWG zu arbeiten? Wie vergleichen Sie damals mit heute?

Fr. Dietz: »Ja! Schule hat sich sowohl inhaltlich als auch in der technischen Ausstattung verbessert. Der erste Stundenplan wurde noch mit der Hand, ab 1992 mit privatem Computer und Drucker gebaut bzw. ausgedruckt. Ich habe beide Geräte jeden Tag hin- und hergeschleppt, bis das CWG im Jahr 1994 die ersten eigenen Computer erhielt.«

Fr. Würfel: »Ja, ich denke schon. Ich war auch an zwei Schulen abgeordnet und bin immer lieber wieder ans CWG zurückgekommen. Aber die Veränderungen hinterlassen schon Spuren. Außerdem wird man ja auch nicht jünger! laugh«

8. Wenn Sie an dieser Schule Schülerin wären, wer wäre Ihr Lieblingslehrer?

Fr. Dietz: [keine Aussage]

Fr. Würfel: »Schwierig zu beantworten, da ich ja nicht bei meinen Kollegen Unterricht habe. Aber wahrscheinlich Herr Hübner, denn ich hatte nur doofe Geschichtslehrer, und es fasziniert mich, wie er mit seinem Koffer seinen Unterricht gestaltet. Außerdem ist er ein sehr netter Kollege, mit viel Verständnis für die Schüler.«

9. Wie war Ihr beruflicher Werdegang nach dem Abitur? Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?

Fr. Dietz: »Ich absolvierte mein Lehramtsstudium an der Martin-Luther-Universität für Mathematik und Physik sowie 1984 ein Fernstudium für Astronomie. Lehrerin wollte ich schon immer werden.«

Fr. Würfel: »Ich hatte ein Lehramtsstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena für Englisch und Russisch sowie ein berufsbegleitendes Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) von 1993-1997. Ja, schon immer hatte ich den Wunsch, Lehrerin zu werden – zwischendurch auch schon mal Pathologin.«

10. Wie kamen Sie an das Christian-Wolff-Gymnasium?

Fr. Dietz: »Ich hatte mich 1990 als Gymnasiallehrerin und für die Stelle als stellvertretende Schulleiterin beworben. Somit habe ich das Kollegium mit Herrn Feudel zusammengestellt.«

Fr. Würfel: »Ich habe mich 1991 beworben für eine Stelle am Gymnasium. Durch einen guten Zufall hat Herr Feudel beim Zusammenstellen seines Lehrer-Teams mich auch mitnehmen können.«

11. Was gefällt Ihnen an unserer Schule?

Fr. Dietz: »Die Atmosphäre, das vertrauensvolle Zusammenarbeiten zwischen SchülerInnen, Eltern und Lehrern.«

Fr. Würfel: »Der kollegiale Umgang, eine nette Schulleitung, der freundliche Umgangston zwischen Lehrern und SchülerInnen und die große Hilfsbereitschaft.«

12. Gab es schon immer Klassenfahrten? Fahren Sie gern auf Klassenfahrt?

Fr. Dietz: »Ja. Als Stellvertreterin in der Schulleitung nehme ich allerdings nicht an Klassenfahrten teil.«

Fr. Würfel: »Ja, anfangs sogar jedes Jahr! Ich bin auch oft zu Fahrten ins Ausland (England, Italien) mitgefahren und habe zwischen 1998 und 2011 auch den Schüleraustausch mit Lerum (Schweden) betreut. Zur Frage, ob ich gern auf Klassenfahrt fahre: Es kommt auch immer auf die Klassen an!«

13. Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Fr. Dietz: »Zum einen die Mitgestaltungsmöglichkeiten als Schulleitungsmitglied, zum anderen macht mir Unterricht immer noch am meisten Spaß.«

Fr. Würfel: »Er ist abwechslungsreich, fordernd und man hat immer mit Menschen zu tun. Man hilft, junge Menschen ins Leben zu begleiten und hinterlässt so „Spuren“. (Hoffentlich nur gute!)«

14. Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Fr. Dietz: »Ich wollte immer mein Wissen und auch ein paar Lebensweisheiten an Kinder weitergeben, den Blick fürs Ganze schärfen und auch erzieherisch wirken.«

Fr. Würfel: »Es gibt zwei Gründe: Juli + August! Nein, Klischee. Siehe Frage 13, und man kann sich seine Arbeit einteilen.«

15. Welche Klassen unterrichten Sie am liebsten?

Fr. Dietz: »Klassen und SchülerInnen, die interessiert am Unterricht sind.«

Fr. Würfel: »Die oberen (Klasse 10-12). Der Unterricht braucht zwar eine enorme Vorbereitung, die Stunden sind aber „erholsamer“ und fordern die Lehrer (teilweise) fachlich mehr.«

16. Müssen Sie manchmal streng sein? Wenn ja, warum?

Fr. Dietz: »Man muss manchmal streng sein, um Normen im Zusammenleben durchzusetzen und eine gute Lernatmosphäre im Klassenraum zu schaffen.«

Fr. Würfel: »Jaaaaa! laugh (Weil die SchülerInnen sonst oft gar nichts tun würden. Konsequenz ist wichtig!)«

17. Was machen Sie nicht so gern im Lehrerberuf?

Fr. Dietz: »Verwaltungsarbeit und SchülerInnen maßregeln.«

Fr. Würfel: »Korrekturen aller Art!«

18. Wenn Sie Schülerin wären, würden Sie gern ans CWG gehen?

Fr. Dietz: »Ja, definitiv!«

Fr. Würfel: »Ja!«

Für das nette Gespräch und die informativen Antworten möchten wir uns bei beiden Lehrerinnen recht herzlich bedanken und hoffen, dass sie noch bis zur Beendigung ihrer beruflichen Karriere unserer Schule erhalten bleiben.


Gestatten, Frau Meinhardt

Auf der Suche nach neuen Kollegen am CWG in diesem Schuljahr stießen wir auf unsere Referendarin Frau Meinhardt und luden sie zu einem kleinen Interview ein. Wer sie bisher nicht kennt, kann nun Näheres über sie erfahren.

  • von Lara Kuck/5b; Shania Urban/7c
  • Foto: Shania Urban/7c

1. Wie alt sind Sie?

»Ich bin 30 Jahre alt.«

2. Auf welche Universität gehen Sie während Ihres Referendariats?

»Ich gehe auf die Universität Potsdam in Brandenburg.«

3. Welche Fächer wollen Sie unterrichten?

»Ich möchte Mathe und Physik unterrichten.«

4. Was finden Sie so toll an den Fächern?

»Mir gefällt es, dass man in beiden Fächern die Natur beschreiben kann. Ein Beispiel wäre: Die Lichtgeschwindigkeit der Sonne.«

5. Was reizt Sie daran, Lehrerin zu werden?

»Ich finde es toll, dass man mit Kindern arbeiten kann.«

6. Haben Sie Hobbys? Wenn ja, welche?

»Ja, ich spiele Beachvolleyball, lese gern und fahre gern Fahrrad.«

7. Was denken Sie, wie lange muss man Lehramt studieren?

»Ich nehme an, etwa fünf Jahre.«

8. An welcher Schule würden Sie gerne unterrichten?

»Natürlich am Christian-Wolff-Gymnasium.«

9. Hatten Sie Spaß daran, interviewt zu werden?

»Na klar!«

Wir danken Frau Meinhardt für das nette Gespräch und wünschen ihr noch viel Erfolg bei ihrem Studium.


Mit „Taktgefuehl“ nach Murmansk

Anlässlich eines Tanzprojektes mit deutschen Schülern im russischen Murmansk befragten wir Laura Rödling aus der Klasse 10d und erfuhren Hintergründe zu diesem Ausflug.

  • von Heidi Voigt/6e
  • Fotos: Heidi Voigt/6e; private Fotos aus Murmansk
1. Wann und wie lange bist Du dort gewesen?

„Ich hielt mich vom 18. bis zum 28. Februar 2016 in Murmansk auf.“

2. Welchen Grund hatte die Reise?

„Es war ein Projekt von meinem Tanzverein. Mein Tanzverein heißt ‚Taktgefuehl‘.“

3. Was fandest Du vor Ort am besten und was am schlimmsten?

„Am besten fand ich die Leute, mit denen wir gearbeitet haben. Das schlimmste war für mich die Unterkunft. Diese war heruntergekommen, aber das ist dort Alltag.“

4. War es währenddessen kalt in Murmansk? Wenn ja, wie kalt ungefähr?

„Es war sehr kalt, ungefähr -20 bis -25 Grad Celsius.“

5. Hast Du neue Freundschaften knüpfen können?

„Ja, ich habe neue Freunde gefunden. Ich kannte schon einige, da sie schon einmal hier in Deutschland waren.“

6. Hattest Du eine nette Gastfamilie?

„Wir waren in keiner Gastfamilie, sondern wurden in einem Internat untergebracht.“

7. Bist Du in Murmansk auch zur Schule gegangen?

„Ich bin nur zur Tanz- und Theaterschule gegangen. Wir haben dort unter anderem 2-3 Workshops durchgeführt.“

8. Wurdest Du aus einem bestimmten Grund ausgewählt, um nach Murmansk zu fahren?

„Wir wurden gefragt, ob wir möchten. Alles entstand mit Hilfe der djo (Deutsche Jugend in Europa), die den ganzen Ausflug organisiert hat.“

9. Wie bist Du nach Murmansk gekommen?

„Erst sind wir mit dem Zug nach Berlin gefahren. Von dort aus flogen wir mit dem Flugzeug nach St. Petersburg, anschließend fuhren wir 26 Stunden (!) nach Murmansk.“

10. Würdest Du noch einmal nach Murmansk reisen?

„Ja, es besteht sogar die Möglichkeit, wieder nach Murmansk zu reisen.“

Während die Gruppe im russischen Murmansk war, fand dort ein großes Fest statt. Zu diesem Fest gehörte außerdem ein Wettbewerb der Schulen in Tanz und Theater. Die Aufführungen wurden von einer Jury bewertet. Die deutschen Schüler waren als Ehrengäste vor Ort und führten ein Theaterstück zusammen mit den russischen Schülern auf.

Bereits vor der Reise im vergangenen Februar startete bereits im Oktober 2015 bei „Taktgefuehl“ in Halle (Saale) ein Tanztheaterprojekt mit Gästen aus Murmansk, bei dem ein Theaterstück mit tänzerischer Untermalung geprobt und in den Vereinsräumen aufgeführt wurde.

Wir freuen uns über Lauras Engagement und bedanken uns recht herzlich für das interessante Gespräch.


Der Balkan – ein interessanter Nachbar

KURZE VORINFORMATION: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der vierten Printausgabe im Juli 2015 heraus. Er wird nun zusätzlich auf unserer Website veröffentlicht!

Der Balkan ist ein großer Teil Europas, doch wissen viele nichts über die dortigen Länder. Um mehr zu erfahren, traf ich am 23.06.15 Lydia, eine Schülerin des CWGs, um mit ihr ihre Wurzeln zu erkunden.

  • von Jeremy N. Morgner/6e

Lydia Martinović (12) verriet mir, dass sie zum Teil bosnisch-kroatische Vorfahren hat. Als Lydias Mutter mir ihre Wohnung zeigte, erzählte sie mir, dass das Nationalgetränk Rakija (Obstbrandschnaps) sei und das Nationalgericht Sarma (kleine Sauerkrautröllchen). Beides ist hier unten zu sehen:

Dann berichteten die beiden mir etwas über die Politik und Geschichte des Landes:

Nach den Jugoslawienkriegen gab es eine veränderte Lage in der Politik, beispielsweise in Bosnien. Der Bundesstaat ist in 10 Kantone unterteilt, die jeweils eine selbstständige Legislative und Exekutive haben. Das Staatspräsidium besteht aus je einem katholischen, muslimischen, orthodoxen, serbischen und kroatischen Vertreter. Lydia und ihre Mutter sagten mir, dass man in Wäldern dort gut aufpassen müsse, denn sonst könnte man auf eine Tretmine stoßen, welche dann eventuell explodiere.

Feste

  • Unabhängigkeitstag: 1. März – erinnert an den Abschluss des Referendums zur Unabhängigkeit am 29. Februar/1. März 1992
  • Nationalfeiertag: 25. November – erinnert an die Ausrufung der Volksrepublik Bosnien und Herzegowina in Mrkonjić Grad am 25. November 1943
  • Weihnachtstradition:
23.12: Spanferkel wird gekauft, geschlachtet und gegrillt
24.12: Vorbereitung auf das Essen (Essen wird traditionell von Frauen gemacht)
25.12: kaltes Spanferkel essen, Rakija trinken und ein großes Festmahl geben
Ich fragte Lydia daraufhin, ob sie auf ihre Herkunft stolz sei.
Lydia antwortete mir: „Ja, ich bin stolz, weil Bosnien eben anders ist.“
Zum Schluss fragte ich sie noch nach Erfindungen und berühmten Leuten und bekam folgende Antworten:
  • die Krawatte
  • der Dalmatiner (vom altertümlichen Reich Dalmatien abgeleitet)
  • der Physiker Nikola Tesla.

Mir hat das Gespräch mit Lydia und ihrer Mutter großen Spaß bereitet, und ich konnte einige neue Informationen über ihre Heimat sammeln.


Auf dem Sprung

Gebürtiger Hallenser stellt sich unseren Fragen – von seiner Karriere als Skispringer bis hin zu seiner (Traum-)Doppelexistenz als Chinchilla.

  • von Anthony D. Martin/6a; Jenny Emrich/11c

Andreas Wank wurde am 18. Februar 1988 in Halle(Saale) geboren und ist ein leidenschaftlicher Sportsoldat. Außerdem ist er ein sehr guter Skispringer. Sein bisher größter internationaler Erfolg ist der Gesamtsieg beim Sommer-Grand-Prix 2012. Zudem gewann er bei den Olympischen Winterspielen 2010, die Skiflugweltmeiterschaft 2012 und in der Skiweltmeisterschaft 2013 jeweils die Silbermedaille mit dem Deutschen Team. Im Winter 2014, ein Tag vor seinem Geburtstag, wurde er in Sotschi Olympiasieger mit dem Team.

Er ist 1,90 m und 72 Kilogramm schwer. Sein Verein ist der SC Hinterzarten, bei dem er noch aktiv ist. Er ist seit 2001 im Nationalkader und hatte am 29. Dezember 2003 sein Debüt im Weltcup. Sein persönlicher Bestwert ist 214 m bei den Skifliegen 2014 in Vikersund.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Wank

Doch Wikipedia reichte uns nicht, wir wollten MEHR über Andreas Wank erfahren. Fragt sich nur wie… RICHTIG!… natürlich via Facebook.

Hier also nun das Ergebnis:

Legende:

von der Schülerzeitung vorgegebener Text und Andreas‘ Text

„Ich sitze hier gerade in Titisee und fülle diesen Fragebogen aus während ich Musik höre und einen Kaffee trinken kann.

Zum Skispringen bin ich gekommen durch die Suche nach einem Hobby und der Unterstützung meiner Eltern. Neben dem Skispringen habe ich noch viele andere Interessen.Zum Beispiel höre ich gerne die Musik von Chamillionaire und mein aktuelles Nummer 1 Lieblingslied  ist Overnight.*

Mein Lieblingsplatz in Halle ist der Boulevard, weil man dort herrlich einkaufen, Eis essen gehen kann und die zentralen Anlaufstellen, wie Theater oder Kino nicht weit entfernt sind.

In Halle bin ich in die Schule(n) ………………………………. gegangen, diese standen in …………………….…  .Meine Schulzeit war ……………………………………………………….…  .Ich habe in Halle (Saale) bis zum Alter von …. Jahren gewohnt, in der ………………………………..… StraßeNr…..

(Ich bin in Rothenburg an der Saale in der ersten und zweiten Klasse in die Grundschule gegangen und die folgenden zwei Jahre war ich in der Grundschule von Naundorf. Meine Schulzeit war schön und ich habe sie sehr mit Freunden genossen. Ich habe in Rothenburg bis zum Alter von 8 und anschließend in Domnitz gewohnt, in der Dalenaerstraße 14a.)

Ich finde Häuser am schönsten, die architektonisch modern und hochwertig gebaut sind. Meine Lieblingspizza ist Salami. Heute habe ich zum Frühstück Müsli mit Obst gegessen. Ich drehe immer fürchterlich durch, wenn etwas nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle oder mir etwas gar nicht gelingen möchte. Als ich vergangenes Jahr in Malaysia war, habe ich mir die Großstadt Kuala Lumpur angesehen und konnte Urlaub am Strand an der Ostküste Malaysias machen.

Das letzte Mal im Schwimmbad war ich mit meiner Freundin. Wenn ich den Begriff „Klimawandel“ höre, denke ich an Erderwärmung und Industrie. Meine Einstellung dazu ist, dass sich einiges tun muss, und zwar weltweit geschlossen die Angelegenheit angegangen werden muss. Wahrheit ist für mich stets ehrlich zu sein und auch zu sagen, was man denkt.Wenn ich kein Mensch wäre,  wäre ich gerne ein Chinchilla in unserem Haushalt, denn denen geht’s, meiner Meinung nach, richtig gut bei uns.“

Andi Wank

Schülerzeitung AG - Wolffs Ruf-Logo [T-Shirt] (2.3.2)*Hier findet ihr den Link zu Andreas‘ Lieblingslied:

Der Bauchbrabbler

Jetzt habt ihr euch die Überschrift durchgelesen und denkt bestimmt: „Was/Wer ist denn der Bauchbrabber?“ Nun ich werde es euch erzählen. Bauchbrabbler, so nennt sich ein Schüler unserer 6c. Er heißt Joshua und ist Hobby-Bauchredner. Mithilfe seiner Puppe „Josef Pupperin von Strubbel“ macht er lustige kleine Geschichten auf  YouTube. Ich habe das Glück mit ihm in einer Klasse zu sein und konnte in Deutsch erfahren wie er das macht. Er hat uns sogar seine kleinen Tricks beigebracht.

  • von Violetta Schmidt/6c

Wolffs Ruf: „Wie bist du zum Bauchreden gekommen?

Joshua (J): „Tja, ich hab den einen Abend ein Video von Sascha Grammel geguckt und er hat mich inspiriert. Er ist ein Bauchredner und da hab ich mich gefragt : Hey was der kann, kann ich doch auch! Und da hab ich einfach angefangen zu Bauchreden. Abend für Abend einmal geübt, und dann hat´s irgendwann  geklappt.“

WR: „Jetzt eine Frage an Josef: Warum nennen dich einige den Cooleren?“

Josef Pupperin von Strubbel (JPvS): „Ja weil ich ihn meistens ärgere“

WR: „Was sagt Joshua dazu?“

J: „Tja, da hat er leider recht. In meinen Videos ärgert er mich wesentlich öfter als ich ihn. Und deshalb sehen die meisten ihn auch als Cooleren.“

WR: „Wer sind deine Vorbilder?“

J: „Mein Vorbild ist Sascha Grammel, er hat mir die Liebe zum Bauchreden gegeben.“

WR: „Josef vervollständige den Satz: Joshua ist … der Welt.“

JPvS: „Joshua ist…. einer der schlechtesten aber trotzdem guten Bauchredner der Welt.“

WR: „Wie ist der Name ‚Bauchbrabbler‘ entstanden?“

J: „Ich habe an einem Tag eine Website gesucht, und da hab ich eingegeben: Joshua und Josef.de, aber das gab es schon, genau wie Josef und Joshua. de. Und da ist einer meiner vielen Assistenten …“

JPvS: „Deinem Vater!“

J: „Ja. meinem Vater. ….darauf gekommen einfach den Bauchbrabbler zu entwickeln. Und dabei ist es auch geblieben.“

WR: „Josef: Wie würdest du das Verhältnis zwischen dir und Joshua beschreiben?“

JPvS: „Wir sind zwei sehr gute Kollegen. Nur wenn es darum geht wer der Bessere von uns beiden ist, dann ist es natürlich klar, dass ich es bin.“

WR: „Warum denkst du, dass du der Bessere bist?“

JPvS: „Also es gibt drei Gründe: erstens meine Frisur, zweitens mein Aussehen und drittens meine Wortwahl. Ich gucke wenigstens was Anständiges und nicht die Teletubbies.“

WR: „Joshua, woher nimmst du deine Ideen für die Videos?“

J: „Ich setzte mich in Bett  und nimm mir einen Zettel und einen Stift. Und irgendwann kommen die Ideen. Die versuche ich dann zu sprechen und wenn es klappt, dann nehme ich es.“

WR: „Wie lange dauert es ein Video aufzunehmen bzw. zu schneiden?“

J: „Um sie einzustudieren brauche ich meistens einen Tag. Aber ums sie aufs Band zu kriegen, dauert es etwas länger. Weil mein Videomacher nur selten da ist, dauert es auch etwas länger. Das ist der Grund warum ich verhältnismäßig wenig Videos auf meinem Kanal habe.“

WR: „Was ist denn daran so aufwendig?“

J: „Mein Videodreh ist aufwendig, weil ich erst eine passende Stütze für die Kamera finden muss. Und bis ich die gefunden hab, ist das Tageslicht schon weg.“

WR: „Josef, jetzt bist du wieder dran. Seit wann kennt ihr euch?“

JPvS: „Wir kenne uns seit dem 15. November 2011. Das war der Geburtstag von Joshua. Da hat er mich geschenkt bekommen. Vorher konnte er sich mich im Laden aussuchen. Und leider wusste ich da noch nicht, dass er seine Hand immer in meinen Hintern stecken wird.“

WR: „Josef, wann hast eigentlich du Geburtstag?“

JPvS: „Tja, das ist ’ne sehr schlechte Frage. Da muss ich kurz nachgucken…“

[Josef guckt auf sein Etikett am Hintern.]

JvPS: „Am 5. August 1901.“

WR: „OMG, dann bist du ja über 100 Jahre alt! Und immer noch so ..so.. so hässlich!“

JPvS: „Das liegt an meinem Anti-Aging Serum.“

WR: „Kannst du eins empfehlen?“

JPvS: „Die hab ich von Heidi Klum, frag sie.“

WR: „Empfindest du andere Puppen wie zum Beispiel Barbie oder Ken als Rivalen?“

JPvS: „Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen mir und Barbie. Ich kann meine Lippen bewegen!“

WR: „Hatte Joshua schon mal eine andere Puppe vor dir?“

JPvS: „Ja, also ´ne Sockenpuppe.“

WR: „Dankeschön für das Interview. Viel Spaß noch bei den kommenden Videos!“


Wieder neue Gesichter

Auch in diesem Jahr haben wir wieder neue Lehrer für ein Interview gesucht und gefunden. Frau Holzmann ist seit Anfang dieses Schuljahres bei uns am CWG und unterrichtet die Fächer Kunst und Geschichte.

  • von Elisabeth Friedemann/8a

1. Warum wollten Sie Kunstlehrerin werden?

„Nun, ich zeichne sehr gerne. Außerdem wollte ich meinem damaligen Kunstlehrer beweisen, dass ich nicht nur in Musik gut bin.“

2. Welches Fach mochten Sie damals gar nicht?

„Physik war damals gar nicht meins!“

3. Was war Ihr erster Traumberuf?

„Als erstes wollte ich Gärtnerin werden. Danach Floristin, dann Architektin. Und bevor ich Lehrerin geworden bin, wollte ich zur Bundeswehr.“

4. Haben Sie ein Vorbild in der Kunst?

„Oh ja. Den Collagen Pop-Art Künstler Robert Rauschenberg.“

5. Wer ist Ihr Lieblingsarchitekt?

„Eine Architektin. Sie ist zurzeit die angesagteste Architektin der Welt. Es ist die Iranerin Zaha Hadid. Sie ist wirklich toll.“

6. Welches ist Ihr Lieblingsgemälde?

„Also, ein richtiges Lieblingsgemälde habe ich nicht. Aber ich finde ‚Die Seerosen‘ von Claude Monet sehr schön.“

7. Was machen Sie in Kunst am liebsten?

„Collagen mache ich am liebsten.“

8. Wenn Sie ein Baum wären, welcher wäre das?

„Also, wenn ich schon die Entscheidung habe, dann eine Platane.“

9. Und nun die letzte Frage. Als was/ wer würden Sie am liebsten wiedergeboren werden?

„Mmmm… mmm… ich glaube… ach ja. Am liebsten als Big Mac.“


„Cornelia Lüddemann am Apparat“

Ein Telefoninterview über Doppelstockbetten, den „Herrn der Ringe“ und die Diskriminierung von Schwulen.

  • von Jenny Emrich (Klasse 9)

Sie ist die Frau, die den Rahmenrichtlinien der Bundesärztekammer den Kampf angesagt hat. Eine Politikerin, die nicht nur redet, sondern tatsächlich versucht in dieser Welt etwas zu verändern. Mit ihrem Antrag an das sachsen-anhaltische Parlament für die Zulassung homo-und bisexueller Männer zur Blutspende hat sie ein Problem aufgegriffen, dass schon seit Langem für Empörung innerhalb der deutschen Schwulen-und Lesbenverbände sorgt.

Und sie ist damit nicht auf taube Ohren gestoßen, denn: Der Antrag wurde mit nur 2 Gegenstimmen verabschiedet! Um zu erfahren ob und wie die Steine weiterrollen, haben wir zum Telefonhörer gegriffen und persönlich mit ihr gesprochen.

Wolffs Ruf: „Was genau ist seit der Verabschiedung des Antrags geschehen? Welche Schritte sind für die gesetzliche Verankerung und das Ändern der Fragebögen erforderlich?“

Cornelia Lüddemann: „Wie immer in der Politik ist das alles nicht so einfach und relativ langwierig. Die Landesregierung hat ihre Dreimonatsfrist ausgereizt, um auf den Beschluss des Landtages zu reagieren. Im Ergebnis wird sie genau das tun, was wir wollen. Unser Ziel ist es, den Antrag über den Bundesrat weiter in Gang zu setzen, so dass die Bundesärztekammer gezwungen ist ihre Richtlinien zu ändern. Die Landesregierung wird auch direkt an die Bundesärztekammer herantreten. Das ist ein großer Erfolg.“

Wolffs Ruf: „Gilt diese Regelung dann nur in Sachsen-Anhalt oder in der gesamten Bundesrepublik?“

Cornelia Lüddemann: „Die Fragebögen würden in ganz Deutschland geändert werden.“

Wolffs Ruf: „Wie sähen diese Änderungen eigentlich aus?  Die Frage nach der sexuellen Orientierung (homo-/bi/heterosexuell) würde doch sicher rausgenommen werden. Bleibt dann nur noch die Frage bestehen, ob man in einer monogamen Beziehung lebt oder wechselnde Geschlechtspartner hat?“

Cornelia Lüddemann: „Ich finde die Fragen nach der sexuellen Orientierung UND Lebensweise sollten vollständig gestrichen werden, da bei der Blutspende ausschließlich die Testergebnisse des Labors zählen. Schließlich ist die Forschung heutzutage so gut entwickelt, dass sie zu fast 100% verlässlich ist.“

Wolffs Ruf: „Gibt es Vereinigungen bzw. Personengruppen, die gegen Ihren Antrag sprechen?“

Cornelia Lüddemann: „Es ist mir noch nicht wirklich etwas zu Ohren gekommen. Höchstens einige wenige Stimmen aus der katholischen Kirche, aber diese bilden die Ausnahme.“

► Also quasi nach dem Motto: Alle sind dafür, aber trotzdem tut sich nix. Helfen wird uns jetzt, so traurig das ist, die Macht des Faktischen. Die Anzahl der Blutspenden gehen in ganz Deutschland zurück und das bringt viele zum Nachdenken. Auch zum Nachdenken über längst überlebte Richtlinien.

Wolffs Ruf: „Möchten Sie unseren Lesern diesbezüglich noch etwas mitteilen? Ansonsten würde ich Ihnen noch ein paar Fragen zu Ihrer Person stellen, wenn das für Sie in Ordnung ist.“

Cornelia Lüddemann: „Vielleicht den Hinweis, dass Politik auch vom Mitdenken aller lebt. Zögern Sie nicht, wenn Sie eine Ungerechtigkeit erleben, diese eigenaktiv oder uns Politikerinnen und Politiker zu informieren. Ansonsten gern auch andere Fragen.“

Wolffs Ruf: „Laut dem auf Ihrer Homepage (www.cornelia-lueddemann.de) einsehbarem Lebenslauf sind Sie seit 1992 Mitglied im Kreisverband Dessau-Roßlau, jedoch mit einer einjährigen Unterbrechung. Als Grund wird dafür der Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan angegeben. Wie genau ist das zu verstehen?“

Cornelia Lüddemann: „Um diesem Konflikt entgegenzuwirken sollte man nicht mit militärischen Mitteln eingreifen. Ein konsequentes Waffenembargo, alternative Einkommen zum Opiumanbau und Investitionen in bessere Schulbildung wäre meine Antwort. Das sinnlose Verbrennen von Menschen und Material konnte ich mit meinem Gewissen einfach nicht vereinbaren. Da die Partei aber für die Einsendung der Soldaten stimmte, sah ich mich gezwungen sie zu verlassen.“

Wolfs Ruf: „Und warum sind sie ein Jahr später wieder eingetreten?“

Cornelia Lüddemann: „Weil mir bewusst geworden ist, dass ich mich nur dort engagieren kann, um etwas zu verändern und die Denkweise in eine andere Richtung zu lenken. In meinem derzeitigem Amt als Landesvorsitzende kann ich bei den Entscheidungen z.B. wie unser Bundestags-Wahlprogramm aussehen soll, mitbestimmen. Ich denke dennoch, dass es richtig war auszusteigen und bereue es nicht. Aber ich bin auch froh einen neuen Versuch gewagt zu haben. Ich kenne keine bessere Gesellschaftsform als die repräsentative Demokratie und die lebt nun mal von aktiven Parteien und respektiven Parteimitgliedern.“

Wolffs Ruf: „Gibt es eigentlich etwas, woran Sie sich während Ihrer Studienzeit an unserer MLU in Halle noch besonders (gern) zurückerinnern?“

Cornelia Lüddemann: „Das ist ja schon ziemlich lange her. Damals war die Universität noch ganz anders. Ich weiß noch, dass wir Erziehungswissenschafts-Studenten das damalige Gebäude am Böllberger Weg besetz hatten, weil unser Studiengang abgesetzt werden sollte. Eher negativ habe ich unser Wohnheim in Erinnerung, in dem ich mit 7 Kommilitoninnen  in einem Zimmer mit 4 Doppelstockbetten lebten.“

Wolffs Ruf: „Wenn Sie in Ihrem stressigen Alltag als Politikerin doch einmal Zeit für sich finden, wie entspannen Sie sich?“

Cornelia Lüddemann: „Ich lese sehr gern und gehe gern ins Kino oder zum Paddeln. Eine meiner vielen Lieblingsbuchreihen ist z.B. der „Herr der Ringe“.

Wolffs Ruf: „Was macht diese Reihe für Sie besonders?“

Cornelia Lüddemann: „Ich finde es erstaunlich, dass der Spannungsbogen über die gesamten Bücher anhält und es nie langweilig wird.“

Wolffs Ruf: „Und welche Sendungen oder Filme bevorzugen Sie im Fernsehen bzw. Kino?“

Cornelia Lüddemann: „Im Allgemeinen schaue ich sehr wenig fern. Wenn, dann am liebsten Tatort oder ich hole mir einen Film aus der Mediathek.“

Wolffs Ruf: „Dann bedanken wir uns recht herzlich bei Ihnen für das Interview. Wir sind gespannt wie es in Sachen Blutspende weitergeht.“

Cornelia Lüddemann: „Es war mir ein Vergnügen.“


Mission helfende Hand – 4 schaffen mehr als 2

Dieses Mal dreht sich das Interview nicht um die interessante Privatsphäre der Lehrer, sondern wir haben uns in die geheimen Kreise der sozial engagierten Schüler unseres Christian-Wolff-Gymnasiums vorgewagt in der Hoffnung, dass Euch auch so etwas interessiert.

  • von Jenny Emrich (Klasse 8)

„Lebenswelt: Welt der Lebenden…lebendige Welt….lebendige Welt der Lebenden…- oder wie jetzt?“

Für diejenigen unter euch, die keinen blassen Schimmer haben, was um Himmelswillen das Projekt Lebenswelt sein soll (obwohl es in unserer schönen Schule eine komplette Notizwand zu diesem Thema gibt) hier eine kurze Einführung. Die Anderen brauchen sich mit diesem Absatz nicht länger aufzuhalten. Lebenswelt wird ab der 9. Klasse neben Italienisch, Latein, Moderne Medienwelt, Astronomie und Psychologie als Wahlpflichtfach angeboten. Soziales Engagement, das ist der Grundgedanke und ,,rote Faden“ des Projekts, denn dieses Fach gibt sich nicht nur mit theoretischem Grundwissen ab. Endlich können wir Schüler selbst die Dinge in die Hand nehmen, indem praktische Erfahrungen in Einrichtungen wie Altersheimen, Kindergärten, Tierheimen,…-ach, eben alles Sozialem -gesammelt werden. Am besten ihr lasst euch das noch mal genauer von zwei echten Expertinnen erklären, Mandy (9b) und Anna (9b), die seit Oktober in der Bahnhofsmission aus -und mithelfen.

Schülerzeitung: Warum habt ihr euch unter den Wahlpflichtfächern gerade für Lebenswelt entschieden?

M und A: „Natürlich, weil man sich in diesem Fach für Menschen engagiert und ihnen helfen kann.“

Schülerzeitung: Wie viele Lebensweltler gibt es?

M und A: „Insgesamt so ca. 28, davon 6 aus der 10. Klasse.“

Schülerzeitung: Wie wurde entschieden in welche Einrichtung ihr kommt?

M und A: „Uns wurden ein paar vorgestellt und am Ende konnten wir selbst entscheiden, wo wir hinwollen. Die Bahnhofsmission fanden wir deshalb interessant, weil man oft nur das Äußere hilfebedürftiger Menschen sieht und über sie selbst nichts weiß. Es ist also eine Möglichkeit ihre Geschichten zu erfahren und warum sie in dieser Lebenssituation sind.“

Schülerzeitung: Wie funktioniert die Bahnhofsmission?

M und A: „Also es gibt den Innen-und den Außendienst. Der Innendienst ist für die Zubereitung und die Verteilung des Essens zuständig, das es bei uns umsonst oder sehr preiswert gibt. Außerdem unterhält man sich mit den Menschen und tröstet sie ggf. Der Außendienst hilft zum Beispiel Behinderten oder Frauen mit Kinderwagen aus dem Zug oder Ausländern, die den Fahrplan nicht verstehen.“

Schülerzeitung: Wie wird eure Arbeit eigentlich benotet?

M und A: „Zunächst wird man von der Einrichtung selbst bewertet.  Dann werden noch 1 bis 2 Klausuren im Jahr geschrieben und außerdem führt man während der Zeit in den Einrichtungen (bis Oktober Theorie, ab Oktober Praxis) eine Art Tagebuch, das am Ende vorgestellt wird. Der Lernstoff (ja?) ist eine Mischung aus Ethik und Sozialkunde.“

Schülerzeitung: Empfindet ihr das Projekt eher als Unterrichtsfach oder als Hobby?

Anna: „Schon noch als Fach.“

Mandy: „Hobby.“

Schülerzeitung: Was macht ihr sonst noch so in eurer Freizeit?

Mandy: „Ich spiele Gitarre, singe und ich skate gern.“

Schülerzeitung: Habt ihr als Lebensweltler etwas erlebt, was ihr nie vergessen werdet?

Anna: „Ich musste mal einem Behinderten im Rollstuhl aus dem Zug helfen und ich wusste nicht, wie ich das anstellen sollte. War gar nicht so einfach.“

Mandy: „Es kamen mal ein kleines Kind, eine ehemalige Obdachlose und ein Pfarrer zu uns. Der Pfarrer hatte das Kind aus unzumutbaren Familienverhältnissen bei sich aufgenommen und später auch eine Obdachlose. Nun, die drei hatten kaum Geld und haben trotzdem etwas in unsere Spendenkasse gegeben.“

Anna: „Wir müssen eine blaue Uniform tragen, um uns von den Anderen auf dem Bahnhof zu unterscheiden. Einmal stand ich genau vor der Toilette, weil ich einem Behinderten geholfen hatte. Da hielt mich eine Passantin für die Klofrau und hat mich total vollgemeckert.“

Schülerzeitung: Wir haben gehört, dass ihr von Joachim Gauck aufgrund eures Engagement am 18.06. ins Schloss Bellevue eingeladen wurdet. Wie ist es dazu gekommen?

Anna: „Ich habe in den Frankeschen Stiftungen mal einen Vortrag über Lebenswelt und die Bahnhofsmission gehalten. Anschließend meinte jemand Wichtiges aus dem Publikum, ein Politiker, dass er auf mich zurückkommen würde. Ich habe mir nichts dabei gedacht und dann erfuhren wir später von unserer Klassenlehrerin, dass wir zum Demokratie-Fest vom Bundespräsidenten eingeladen worden sind.“

Schülerzeitung: Wie muss man sich das vorstellen?

M und A: „So genau wissen wir das auch noch nicht. Es sollen so um die 400 Kinder und Jugendliche erscheinen, mehr ist uns nicht mitgeteilt wurden.“

Schülerzeitung: Wollt ihr Lebenswelt nächstes Jahr fortführen?

Mandy: „Ich nicht, weil ich in diesem Fach keine Abi-Prüfung machen kann und mir das also nicht wirklich was bringt. Deswegen habe ich für nächstes Jahr Psychologie gewählt. Trotzdem werde ich es außerschulisch weiter machen.“

Anna: „Ich bleibe dabei.“

Schülerzeitung: Was konntet ihr aus euren Erlebnissen mitnehmen.

M und A: „Das Übliche. Wir sind selbstbewusster, offener und freundlicher geworden. Außerdem haben wir nicht mehr so viele Vorurteile, wir denken jetzt anders über hilfebedürftige Menschen und sehen sie nicht mehr als arme, eklige Schlucker. Obwohl das Gerücht über ihren oft unangenehmen Körpergeruch leider stimmt.“

Schülerzeitung: Gibt es noch andere negative Aspekte?

A und M: „Das frühe Aufstehen am Samstag ist ziemlich nervig (7-13.00 Uhr). Wir bekommen die Lebensmittel für die Mission oft von Supermärkten oder Bäckereien. Leider geben die einem manchmal auch unbrauchbares Zeug mit, wie alkoholversetzte Produkte. Die schleppt man dann völlig sinnlos mit sich herum.“

Schülerzeitung: Wisst ihr schon was ihr beruflich werden wollt?

M und A: „Nein“.

Jetzt ein paar Situationsfragen:

Schülerzeitung: Ihr wollt gerade das Altersheim verlassen, das eure Lebenswelt Einrichtung ist, als ihr seht, wie ein 85 jähriger Mann einem Kleiderständer einen Heiratsantrag stellt. Dieser befindet sich dummerweise direkt vor der Eingangs-bzw. Ausgangstür, sodass ihr nicht an dem davor knieenden Mann vorbei kommt. Und er will erst wieder aufstehen, wenn der Kleiderständer ja gesagt hat. Was würdet ihr tun?

Anna: „Ich würde den Kleiderständer woanders hinstellen.“

Mandy: „Du bist ja fies! Ich würde so tun, als wäre ich der Kleiderständer und würde ja sagen. So einem alten Mann kann man wohl kaum beibringen, dass es nur ein Kleiderständer ist.“

Anna: „Das ist wohl besser? Gut, dann würde ich das auch so machen.“

Schülerzeitung: Ihr sollt für eine Kindergartengruppe einen Ausflug organisieren, Im Zoo und auf der Peißnitz waren sie schon und baden gehen wollen sie nicht. Was würdet ihr mit ihnen unternehmen?

Mandy: „Ich würde mit ihnen in den Wald gehen: Blätter sammeln, Tipis bauen, Spiele machen usw..“

Anna: „Wie wäre es mit einer Fahrradtour?“

Schülerzeitung: Sind sie dafür nicht zu klein?

Mandy: „Ja und außerdem zu viele.“

Anna: „Dann lassen wir`s eben beim aktiven Waldspaziergang.“

Hoffentlich konnten wir euch hiermit dieses Fach ein bisschen näher bringen und euch für soziale Arbeit interessieren.

 

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