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Ein Test zum Verzweifeln!

Das zweite Mal in diesem Schuljahr haben sich wieder zwei Lehrkräfte unserem kniffligen Lehrertest gestellt, bei dem sie in Schulfächern, in denen sie nicht Fachlehrer sind, auf ihren Wissensstand überprüft wurden. Diesmal „erwischte es Frau Holzmann und Frau Saretzki, die Geschichtslehrerinnen an unserer Schule sind. Darüber hinaus unterrichtet Frau Holzmann das Fach Kunst und Frau Saretzki Englisch. Beide wurden dementsprechend in den Fächern Mathematik und Physik getestet – zwei Fächer, die sie bereits in ihrer Schulzeit überhaupt nicht mochten.

  • von Shania Urban/8c; Clemens T. Kral/10b
  • Bilder/Fotos: Clemens T. Kral/10b
[Hinweis: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der sechsten Printausgabe im Juni 2016 heraus und wird nun nachträglich auf unserer Website veröffentlicht.]

Der gesamte Lehrertest, der für 60 Minuten Arbeitszeit ausgelegt war, bestand aus einem Bogen mit 7 Seiten Frage- bzw. Aufgabenstellungen, die allesamt gelöst werden sollten. Anhand des umfangreichen Inhalts können wir hier auf Details nicht eingehen. Bei Berechnungen waren stets präzise und nachvollziehbare Lösungsschritte gefordert. Währenddessen durften das Tafelwerk sowie der Taschenrechner durchgängig genutzt werden. Nichtsahnend versammelten sich Frau Holzmann und Frau Saretzki für den Test und begannen, ihn durchzuarbeiten…

Wissenstest Mathematik

Der Mathematiktest umfasste ausschließlich (Berechnungs-)Aufgaben aus den Themengebieten Terme, Gleichungen, lineare Funktionen, Proportionalität, Prozentrechnung, Potenzen und Dreiecke in der Geometrie. Zumeist sollten sie je eine Aufgabe zu den genannten Bereichen erfüllen. Außerdem war es insbesondere bei Fragen zur Physik, aber auch bei Mathematik, möglich, kreative Lösungen für den Fall, dass man Antworten nicht weiß, anzugeben. Dadurch konnten sie sich zusätzliche Punkte erarbeiten. Einzelne Ansätze aus der Mathematik sind nachfolgend in Original-Handschrift dargestellt.

Frau Holzmann – bei Potenzen (o.) und dem Wurzelziehen (u.) verlor sie fast den Durchblick.
Neben außergewöhnlichen Ergebnissen hatten beide keinerlei bzw. kaum Probleme bei Termen, dem Auflösen von Gleichungen, proportionalen Zuordnungen, Prozentrechnung sowie dem Innen- und Außenwinkelsatz in Dreiecken. Große Schwierigkeiten ergaben sich hingegen beim Errechnen fehlender Stücke eines Dreiecks mithilfe des Sinus- und Kosinussatzes sowie der Innenwinkelsumme. In diesem Teil waren 33 Punkte möglich. Mit der Ergänzung der Kreativitätspunkte erreichte Frau Holzmann 20,5 Punkte, während Frau Saretzki mit 24 Punkten besser abschnitt.

Wissenstest Physik

Der Physiktest setzte sich aus je zwei Fragen mit Antwortmöglichkeiten und 1-2 Aufgaben in den Themengebieten Elektrizitätslehre, Mechanik und Wärmelehre zusammen. Darüber hinaus bekamen die Lehrerinnen die Möglichkeit, Oberbegriffe mit den passenden Einheiten zu verbinden, um so weitere Punkte auf einfache Weise zu sammeln. Dies gelang ihnen auch weitestgehend. Hier stießen wir bei der Korrektur ebenfalls auf kreative Lösungsvorschläge. Hier die zwei besten Beispiele:

Oben zeigen sich wieder Frau Holzmanns Zeichenkünste und eine treffende Antwort obendrein. Frau Saretzki schrieb dort: „Der Radfahrer benötigt viel Wasser und muskulöse Oberschenkel.
  
Unten eine nette Nachricht an Herrn Heuser von Frau Saretzki. Frau Holzmanns Lösung: „Meine Physiklehrerin hat es nach mehreren Jahren aufgegeben, mir Wissen in diesem Bereich zu vermitteln. Ich habe Spulen [darüber handelte die Aufgabe] bei der Nähmaschine verwendet!
Die restlichen Aufgaben, die von Temperatur und Aggregatzuständen handelten, wurden beinahe mit voller Punktzahl abgeschlossen. Widmen wir uns den übrigen sechs Fragen. Frau Holzmann hatte davon 4 richtig, Frau Saretzki kam ebenso auf 4 fehlerfreie Antworten, wobei sie noch einen zusätzlichen Kreativitätspunkt erzielte.

Im Physikteil waren 36 Punkte möglich. Mit der Ergänzung der Kreativitätspunkte erreichte Frau Holzmann 23,5 Punkte, während Frau Saretzki mit 26 Punkten erneut besser dastand.

Auswertung

Der Lehrertest erwies sich für Frau Saretzki und Frau Holzmann als große Herausforderung.
Das Zeitlimit von 60 Minuten erfüllte Frau Holzmann mit relativ schnellem Arbeitstempo, da sie zu einer Unterrichtsstunde wieder anwesend sein musste. Sie konnte dadurch nicht alles ausführlich lösen. Frau Saretzki brachte etwas mehr Geduld mit und erledigte den Wissenstest in 90 Minuten. Besonders zum Ende wurde die Zeit für beide ziemlich knapp. Die meisten Aufgaben bereiteten ihnen Kopfzerbrechen und sie konnten sich kaum bis gar nicht an die Inhalte der aufgeführten Themen erinnern. Ein Problem war zudem, dass die Fächer im Voraus nicht angekündigt wurden und deshalb keine Vorbereitung möglich war. Einige Mathematik- und Physiklehrer, die am Ort des Geschehens vorbeiliefen, gaben ihnen Hinweise. Untereinander durften sich beide Lehrerinnen auch verständigen.
  • Bewertung Frau Saretzki – Punkte: 50/69; Zensur: 3
  • Bewertung Frau Holzmann – Punkte: 44/69; Zensur 4+

Kreativitätspunkte sind bereits mit eingerechnet. Frau Saretzki schnitt somit besser ab als Frau Holzmann. Beide befanden sich ungefähr auf dem gleichen Leistungsniveau.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass beide Lehrerinnen nach vielen Jahren Schulunterricht keinen Bezug mehr zu einem großen Teil der Inhalte aus Mathematik und Physik hatten. Dennoch herzlichen Glückwunsch, dass sie so manche Hürden meisterten und sich durchgekämpft haben!

Interview mit Frau Holzmann und Frau Saretzki

Wir haben außerdem ein Interview mit Frau Holzmann und Frau Saretzki durchgeführt. Hier sind die Antworten:

1. Warum wollten Sie u.a. Geschichtslehrerin werden?

Fr. Holzmann musste erst einmal die Frage auf dem Zettel korrigieren, in dem sie zusätzlich ‚Kunst‘ dahinter schrieb. Dann war sie zufrieden und antwortete: „Ich wollte meine beiden Fächer, Kunst und Geschichte, studieren, da beide eng miteinander verbunden sind.“

Fr. Saretzki: „Ich hatte immer Geschichtslehrer, die mich sehr für das Fach begeistert haben. Einer davon war Herr Slowig in der 7. Klasse ;-). Außerdem fand ich es immer spannend, sich mit Geschichte zu beschäftigen.“

2. Was mögen Sie an Geschichte?

Fr. Holzmann: „Das Forschen nach Quellen, Aufsuchen von Magazinen und Lesen in den Bibliotheken. In der Geschichtsabteilung meiner damaligen Universitätsbibliothek herrschte immer so eine mystische Stimmung, ähnlich wie in Hogwarts.“

Fr. Saretzki: „Ich mag es herauszufinden, wie Dinge historisch gewachsen sind. Vieles, was wir heute erleben, können wir mit der Geschichte erklären.“

3. Frage an Fr. Holzmann: Was mögen Sie an Kunst?

„Die Frage ist zu allgemeingültig. Man kann hier z.B. freier arbeiten und seine Ideen in die Bildwelt übertragen.“

4. Frage an Fr. Saretzki: Was mögen Sie an Englisch?

„Ich finde es toll, dass man mit Englisch überall auf der Welt verstanden wird und immer jemanden im Urlaub zum Schnattern findet.“

5. Welches Fach mochten Sie als Schülerin gar nicht?

Fr. Holzmann: „Physik… Entschuldigung an alle Physiklehrer!“

Fr. Saretzki: „Mathe und Physik, was man auch gut an dem Test erkennen kann. Ihr habt mich eiskalt erwischt!“

6. Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Fr. Holzmann: „Architektin.“

Fr. Saretzki: „Man glaubt es kaum, aber ich wollte tatsächlich schon immer Lehrerin werden und hatte nie einen anderen Wunsch. Verrückt, oder?“

7. Hatten Sie Russisch oder Französisch in der Schule?

Fr. Holzmann: „Französisch bis zur 12. Klasse. Im Referendariat habe ich dann den Sohn meiner Französisch-Lehrerin unterrichtet!“

Fr. Saretzki: „Französisch. Leider ist davon nicht viel übriggeblieben.“

8. Frage an Fr. Saretzki: Wie hätte Ihre weitere berufliche Laufbahn ausgesehen, wenn Sie nicht in diesem Schuljahr durch unsere Unterschriftenaktion wieder ans CWG gekommen wären?

„Ich hatte einen Job an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und hätte dort weiterarbeiten können. Ich freue mich jedoch sehr, dass ich wieder am CWG sein darf ;-).“

Das Interview war sehr interessant, und wir haben viel über Frau Holzmann und Frau Saretzki gelernt.

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