Unterricht im Container: Der Kampf des CWG um Fachräume

Volle Flure, volle Klassen, volle Auslastung: Die Raumsituation an unserer Schule spitzt sich weiter zu. Künftig müssen vier zusätzliche Unterrichtsräume mittels Container geschaffen werden. Doch ein Ende scheint in Sicht.

  • von Clemens T. Kral
  • Fotos: Theodor Wolf/10d

Derzeit lernen bei uns am CWG weitaus mehr SchülerInnen, als die Schule an Kapazität bietet. Vor etwa zehn Jahren war noch genau das Gegenteil der Fall: Aufgrund zu geringer Schülerzahlen sollte das wohlgemerkt einzige in Halle-Neustadt verbliebene Gymnasium zum Schuljahr 2010/2011 geschlossen werden. Mit unterschiedlichen Aktionen, wie z.B. den nach wie vor sehr beliebten GriPs-Veranstaltungen für Grundschüler, konnte unsere Schule durch engagierte LehrerInnen und SchülerInnen vor dem Aus gerettet werden. Jahr für Jahr wuchsen die Schülerzahlen wieder – bis sie sich auf etwa 850 Gymnasiasten verdoppelten, Tendenz leicht steigend.

Dieser starke Zuwachs wird dem CWG jedoch zunehmend zum Problem: Einige Jahrgänge sind fünfzügig, in den Klassen sitzen nicht selten 25 bis 28 Kinder, die Flure platzen zur Pause aus allen Nähten und nahezu alle Fachräume sind durchgängig belegt. Die Lehrer sind da – nur an Platz fehlt es also. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits etliche Arbeits- und Projekträume zu Unterrichtsräumen umgewandelt wurden, steuert man der Raumnot jetzt zusätzlich mit Containern auf dem Schulgelände entgegen.

Mehr Platz fürs Abi und für fünfte Klassen

So stehen bei uns seit Mitte Dezember 2019 vier Unterrichtscontainer, die ab dem 2. Halbjahr (17.2.2020) mittelfristig genutzt werden. Diese seien nötig, um insbesondere die Abiturprüfung, für die zusätzliche Räume benötigt würden, abzusichern, so Schulleiter A. Slowig. Vor allem werde aber durch die Container die Möglichkeit geschaffen, im kommenden Schuljahr wieder fünf fünfte Klassen aufzunehmen. Welche Fächer dort unterrichtet werden, ist allerdings noch nicht festgelegt. „Für Naturwissenschaften sind die Räume jedoch ungenügend, da der Wasseranschluss fehlt“, äußert sich Herr Slowig.

Mehr Platz für Räume auf dem Schulhof bedeutet hingegen weniger Platz für Pausenaktivitäten. Einzig der Südhof, meistfrequentierter Teil des Schulgeländes, war für die Bereitstellung überhaupt geeignet. „Die Unterrichtscontainer haben den SchülerInnen viel an Fläche des Schulhofes geraubt, aber aufgrund des Raummangels wird sich keine andere Alternative finden lassen“, ist Schülersprecher Theodor Wolf mit der Schulleitung einer Meinung.

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Container gelten als Übergangslösung

Die Lage könnte sich in Zukunft dennoch entspannen. Wie wir schon des Öfteren berichteten, machen sich Kollegium und Schülerschaft seit einigen Jahren für ein neues Multifunktionsgebäude stark, das von der Grund- und Gemeinschaftsschule Kastanienallee im Rahmen des Projekts „Campus Kastanienallee“ mitgenutzt werden soll. Herr Slowig meint vorausblickend, dass die Container für die Stadt teure Mietobjekte seien und daher keine langfristige Lösung. Das Multifunktionsgebäude solle nach der Haushaltsvorlage der Stadt 2023 fertiggestellt sein und würde die Container überflüssig machen.

Und wie geht es danach an unserem Gymnasium weiter? Hierzu schildert der Schulleiter: „Projekt-, Ganztags-, Bibliotheks- sowie Kunst- und Musikräume sollen in das [Multifunktions-]Gebäude einziehen, sodass im Schulgebäude wieder Platz wäre, um ohne Container den Unterricht abzusichern.“

In den nächsten Jahren bleibt es also interessant. Wir hoffen auf eine Entspannung des Raummangels und den fristgerechten Bau unseres Multifunktionsgebäudes – denn so lernt es sich besser.

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