Nur gemeinsam zum Ziel

Trotz Corona fand dieses Jahr vom 16.9 bis zum 18.9.2020 die dreitägige Schülerratsseminarfahrt statt, in der wir viel über den Schülerrat, die Aufgaben eines Klassensprechers und die Arbeit der Schülervertretung gelernt haben.

  • von Jana Lämmerhirt/10d
  • Fotos: Frau. A. Borkowski

Das Abenteuer begann am Mittwoch, dem 16. September – anders als die letzten Jahre – vor den Toren der Villa Jühling in Halle-Dölau. Wir begannen auf dem Innenhof mit der allgemeinen Belehrung für unseren Aufenthalt und wurden von der Leiterin Katharina Marten in die dort herrschenden Corona-Regeln eingewiesen. Danach wurden wir in Gruppen eingeteilt und bezogen die Zimmer dementsprechend.

Spielerisches Kennenlernen

Ohne lange Zeit auf den Zimmern zu verbringen, gingen wir bei schönem und warmem Wetter sofort raus in das bezaubernde Grün der Villa. Dort zeigten die erfahrenen Klassensprecher den „Neulingen“ das Areal und erklärten ihnen, was alles zur Arbeit des Schülerrats dazugehört. Dies wurde auch gleich von Frau Borkowski und Herrn Heuser aufgegriffen, um uns die Rechte und Pflichten des Schülerrats zu erklären. Damit wir nicht am ersten Tag zu viel Theorie absolvieren mussten, haben wir anschließend einige Kennenlernspiele gespielt. Denn dass sich die Klassensprecher aus allen Jahrgängen und Altersklassen gut kennen, ist eine Voraussetzung für eine gute und koordinierte Schülerratsarbeit.

Nach solch einem produktiven Vormittag hatten wir um 12 Uhr unser erstes gemeinsames Mittagessen; dabei war aber aufgrund von Corona einiges anders als sonst. Es gab ein Einbahnstraßensystem, das nicht nur im Essenraum zu finden war, sondern auch im Hauptgebäude, in dem unsere Zimmer waren. Außerdem wurde angewiesen, dass wir ausschließlich mit Masken unser Essen holen durften.

Um 13:15 Uhr setzten wir uns im Seminarraum schließlich mit den Pflichten eines Klassensprechers auseinander. Darauf folgte die Aufgabe „World Café“, bei dem ausgewählte Klassensprecher die Betreiber eines Cafés waren und immer an ihrem Tisch stehen blieben. Je nach Tisch gibt es bestimmte Themen, die dort bearbeitet wurden. Die übrigen Klassensprecher machten sich als „Gäste“ des Cafés zu diesen Themen Gedanken. Alle Ideen und Anregungen wurden auch verschriftlicht, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Danach war direkt die Schülersprecherwahl unter Leitung von Frau Rafler (schulfachliche Koordinatorin) an der Reihe, die Theodor Wolf (11e) erneut für sich entscheiden konnte. Seine Stellvertreter wurden Hannah Oheim (8a) und Mohamed Ali (11b). Herzlichen Glückwunsch zur (Wieder-)Wahl! Im Anschluss folgten ein weiteres Spiel, bei dem es ganz schön nass wurde, die Auswertung des „World Cafés“ und danach das Abendessen. Der Abend klang langsam mit Freizeit aus, die viele nutzten, um die Umgebung noch einmal zu erkunden oder Gemeinschaftsspiele zu spielen.

Pläne schmieden, grillen und: Twister spielen!

Unser zweiter gemeinsamer Tag begann um 8 Uhr mit dem Frühstück und einem Spiel an der frischen Luft. Bei diesem Spiel hatten die Klassensprecher die Augen verbunden, alle hielten sich an einem Seil fest und mussten auf Anweisung von Herrn Heuser mit diesem Seil bestimmte geometrische Formen „bauen“. Das Problem war dabei, dass wir nichts sehen und uns deshalb nur mit Worten verständigen konnten. Anfangs war es ein ziemliches Durcheinander, aber es wurde immer besser, und die Figuren sind uns, so gut es ging, gelungen.

Als das Spiel dann vorbei war, haben die stellvertretenden Schülersprecher Hannah Oheim und Mohamed Ali mit uns die erste Schülerratssitzung abgehalten. In diesem Zusammenhang haben wir geklärt, was wichtig für „die perfekte Schülerratssitzung“ ist. Anschließend gab es Mittagessen.

Wie am Vortag machten wir um 13:15 Uhr weiter – und zwar mit einem Spiel, für das wir auch wieder die Augenbinden brauchten, denn wir Klassensprecher sollten eine Raupe bilden wie bei einer Polonaise. Jedoch war eine Person aus unserer Gruppe der Schwanz und konnte sehen. Sie musste dann dem Kopf der Raupe (der ersten Person) Anweisungen geben. Mit Hilfe dieser Anweisungen wurde die fast blinde Raupe sicher über das Gelände geleitet und konnte das Ziel unversehrt erreichen.

Dann ging es für uns zurück in die Villa und zur Theorie. Zu guter Letzt, vor dem traditionellen Grillen mit unserem Schulleiter Herr Slowig, haben sich Projektgruppen gebildet, die ein bestimmtes Ziel in diesem Schuljahr erreichen wollen. Die Schülerratsmitglieder haben in diesen Gruppen angefangen, Ideen bzw. erste Schritte zu deren Verwirklichung zu sammeln.

Nach der Projektarbeit konnten sich alle Schülerratsmitglieder auf die Köstlichkeiten von Grill und Salatbuffet freuen. An dieser Stelle wie in jedem Jahr ein riesiges Dankeschön an unseren Grillmeister und Schulleiter Herrn Slowig! Am Abend, kurz vor dem zur Tradition gewordenen Fußballspiel, hatten eine Handvoll jüngerer Schüler ihre zwei Betreuer, ältere Schüler und Herrn Slowig dazu überredet, „Twister“ zu spielen. Die Gewinner dieser Runde waren Frau Borkowski und Herr Heuser! Uns Schülern hat das „Lehrer-Twister“ sehr gefallen, und die Mehrzahl würde sich freuen, wenn es nächstes Jahr auch wieder eine Runde gäbe. Mit Spiel, Spaß und Gesprächen neigte sich der Tag dem Ende zu.

Mit Teamgeist und frischen Ideen ins neue Schuljahr

Am Freitag war die Stimmung der Teilnehmer zweigeteilt: Einerseits freuten sich alle auf den gemeinsamen Seminartag, andererseits war es der letzte Tag dieser gelungenen Fahrt. Aber unsere Laune wurde durch ein Spiel wieder gehoben. Mit dem Spiel „Blinde, Gelähmte und Stumme“ bewiesen wir, dass wir trotz unseres fiktiven Handicaps in der Lage waren, etwas auf die Beine zu stellen sowie anderen zu vertrauen.

Jeder Spieler bekam in diesem Spiel eine Rolle, die er verkörpern musste. So musste beispielsweise der Blinde die Augen schließen, der Stumme durfte nichts sagen und der Gelähmte sich nicht bewegen. Bevor aber diese Sachen eintraten, mussten sich alle auf dem gesamten Gelände verteilen. Als ein Zeichen gegeben wurde, musste jeder in seine Rolle schlüpfen. Das Ziel war es, dass alle Schülerratsmitglieder wieder zum Ausgangspunkt gelangen. Nach dieser ganzen Aufregung ging es ruhig weiter – nämlich mit der Projektarbeit. Im Anschluss an die Arbeitsphase wurden die anfänglichen Fortschritte aller Projekte im Schülerrat vorgestellt und ausgewertet.

Wir ziehen aus dieser Fahrt nicht nur die wichtigen Erkenntnisse für unsere Arbeit, sondern wir haben uns gegenseitig gut kennengelernt und die Ideen, die Veränderungen und Verbesserungen an unserer Schule hervorrufen sollen, sind in Bearbeitung. Jeder Klassensprecher weiß nun, was er zu tun hat. Wir können Probleme angehen und miteinander lösen und uns auf die Hilfe der anderen verlassen.

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich für die jährliche Durchführung der Fahrt sowie für die Unterstützung bei Frau Borkowski und Herrn Heuser bedanken. Frau Rafler und Herrn Slowig danken wir ebenfalls für Ihren Besuch in der Villa!

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