Reif für die Zukunftsstadt

Unter dem Projektnamen „halle.neu.stadt 2050″ hatte sich die Stadt Halle (Saale) im Jahr 2016 zum bundesweiten Zukunftsstadtwettbewerb beworben und möchte natürlich auch ab 2018 in die dritte, die Umsetzungsphase, einziehen. Hierfür wurden und werden in drei Aktionsfeldern interessante Visionen erarbeitet. Eines davon ist unser Campus Kastanienallee, dessen Konzept nun grundlegend weiterentwickelt wird.

  • von Philipp Kubenz/7d; Clemens T. Kral/11b
  • Bilder: [Quellen siehe unten]

[Hinweis: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der neunten Printausgabe im Oktober 2017 heraus und wird nun nachträglich auf unserer Website in ungekürzter Form veröffentlicht. Besonderen Dank an Jenny Janko, Ilka Bickmann (Beauftragte des Vorstands von science2public e.V.) und Steffen Fliegner vom Fachbereich Planen der Stadt Halle (Saale).]

Der Begriff „Campus Kastanienallee“ ist uns in letzter Zeit sehr häufig begegnet. Seit mehreren Jahren befindet sich unsere Schule in einer Kooperation mit der Grund- und Gemeinschaftsschule Kastanienallee, bei der auf ganz verschiedenen Ebenen zusammengearbeitet wird. Das große Ziel ist allen klar: Gemeinsam möchten alle drei Schulen sich dafür einsetzen, ein Multifunktionsgebäude mit verschiedenen Begegnungsmöglichkeiten entstehen zu lassen. Zum einen, damit die Schulen näher zusammenwachsen, zum anderen, weil die bisherigen Raumkapazitäten nicht mehr ausreichen. Das Projekt wurde bis zum Jahr 2016 von der Organisation EDUCATION Y (ehemals buddY E.V.) begleitet und in den letzten Jahren immer mehr in die Hände der SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen gelegt. Von nun an werden die Ideen und Vorhaben des Campus in die Hände der Initiatoren von „halle.neu.stadt 2050“ im Rahmen des Zukunftsstadtwettbewerb gelegt und von ihnen betreut.

Was ist der Zukunftsstadtwettbewerb?

Schülerzeitung AG - halle.neu.stadt 2050_Campus Kastanienallee [7.2.2018] (4)
► Zahlreiche Schilder für „halle.neu.stadt 2050″ waren beim Besuch des Ministerpräsidenten im Juni 2017 aufgestellt.

„Zukunftsstadt 2050“ ist ein deutschlandweiter Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Teilnehmer ist auch die Stadt Halle (Saale) mit ihrem Projekt „halle.neu.stadt 2050“. Es geht darum, Ideen für ein besseres Leben in der Stadt zu entwickeln, diese mit den BürgerInnen zu diskutieren, gemeinsame Visionen für die Zukunft zu entwickeln und in ersten Städten zu erproben. Der Wettbewerb umfasst drei vorgegebene Phasen, die die Entwicklung einer Vision, die nähere Planung der Ideen und schließlich die konkrete Umsetzung selbst beinhalten. Auch die Stadt Halle schaffte es im Juni 2016 mit 22 anderen Städten, Gemeinden und Landkreisen bereits in die 2. Phase und könnte Mitte 2018 in die 3. Phase einziehen, in der noch acht Städte dabei sein können. Dann wäre es möglich, die Konzepte mit einem finanziellen Zuschuss von einem ein- oder zweistelligen Millionenbetrag bis 2030 umzusetzen. In der 1. Phase erhielt die Stadt 35.000 €, in der 2. Phase stehen 200.000 € zur Verfügung, die aber auf drei Aktionsfelder aufgeteilt werden müssen (später mehr). Über die gesamte Zeit werden zudem wissenschaftliche Beobachtungen getätigt und aus der Arbeit wichtige Erkenntnisse gezogen.

Geplant ist letztlich, Halle-Neustadt gemeinsam mit ForscherInnen und WissenschaftlerInnen aus dem angrenzenden Wissenschafts- und Technologiepark weinberg campus und dem Fraunhofer Institut in Halle bis 2050 zur klimaneutralen und sozial funktionsfähigen Stadt der Zukunft zu verwandeln. Für die Stadt wäre der Titel „Zukunftsstadt“ eine große und einzigartige Auszeichnung und würde für mehr bundesweites Aufsehen sorgen. Allein dadurch hätte man die Möglichkeit, weiteres benötigtes Geld aus anderen Fördertöpfen zu erhalten, denn die Aktionsfelder sind unterschiedlich teuer.

Die drei Aktionsfelder

Neben einigen anderen Institutionen, wie z.B. der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Freiraumgalerie, ist science2public, Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation, einer der Auftragnehmer für das Projekt. Es setzt sich aus drei Aktionsfeldern zusammen, die aus zahlreichen Ideen in der 1. Phase entstanden. Bei den teilnehmenden Städten und Gemeinde zeigen sich unterschiedliche Ansätze – speziell die Stadt Halle versucht, diese Aktionsfelder zusammenzuführen.

Schülerzeitung AG - halle.neu.stadt 2050_Campus Kastanienallee [7.2.2018] (2)Der Campus Kastanienallee als 1. Aktionsfeld ist eine ursprüngliche Erfindung der drei Schulen und setzt nun eine erweiterte Idee auf. Besonders in der Südlichen Neustadt ist der Bildungsgrad im Allgemeinen gering und immer mehr dort lebende Menschen weisen einen Migrationshintergrund auf. Daher sieht man in der Entstehung des Campus eine Bildungsaufgabe, indem das Gebiet als Bildungszentrum des Quartiers für lebenslanges Lernen aufgenommen werden soll. Ebenfalls soll die Grundidee der Zukunftsstadt mit den wissenschaftlichen Interessen des Weinberg Campus verknüpft werden. Geplant ist vor allem der Bau eines gemeinsamen Gebäudes, das Gemeinschaftsräume beinhaltet und auch ein Nachbarschaftszentrum für Erwachsene darstellt.

Das 2. Aktionsfeld wird von der Freiraumgalerie beansprucht und nennt sich „frei.raum.mit.gestalten – Halle-Neustadt als kreatives Quartier“, auch als „ha:neo“ bezeichnet. Ziel ist es, Kunstwerke in Form von Mosaiken, Wandbildern usw. in ganz Halle-Neustadt gemeinsam mit der Bevölkerung zu schaffen. Mittlerweile entstanden bereits vier Wandbilder, davon auch eines am Christian-Wolff-Gymnasium. Die Freiraumgalerie ist außerdem in den beiden anderen Aktionsfeldern tätig, d.h., die Felder überschneiden sich teilweise inhaltlich und räumlich. Hier soll nicht einfach nur gemalt, sondern genauso die Bevölkerung zur Beteiligung aufgerufen werden. Denn die Kunst als Mittel zur Gestaltung des eigenen Wohnumfelds ruft bekanntlich ein positives Gefühl bei den hier lebenden Menschen hervor.

Im Innovationsquartier Muldestraße, dem 3. Aktionsfeld, soll durch Neubauten, einen Nachbarschaftsgarten sowie ebenfalls Kunst am Bau ein modernes Wohnangebot für Arbeitende am nahe gelegenen Weinberg Campus entstehen. Die Fläche, auf der früher zwei Schulen standen, befindet sich in der Nähe des Mehrgenerationenhauses „Pusteblume“ und misst etwa 4 Hektar. Man möchte durch diese Möglichkeit der Gegend mehr Leben einbringen und nicht ausschließlich Wohnraum schaffen.

Wie stellt man sich den Campus Kastanienallee vor?

Schülerzeitung AG - halle.neu.stadt 2050_Campus Kastanienallee [7.2.2018] (4)
► Ein Modell veranschaulicht, welche Möglichkeiten der „ha:neo Campus“ bieten könnte.

Die Mitwirkenden aus der Wissenschaft wünschen sich für den Schulkomplex ein Mehrzweckgebäude, das Klassenräume und einen Teil für Forschung enthält. Es ist sogar ein grünes Klassenzimmer oder Schülerlabor geplant. Im Forschungsteil sollen Studenten aus dem Weinberg Campus zum Einsatz kommen. Es ist weiterhin geplant, Besucher einfach in die Kenntnisse bestimmter Wissenschaften einzuweihen. Das neue Gebäude soll seine Energieversorgung mit der Arbeit von Solarzellen auffüllen.

Das Konzept des ha:neo Campus, unterstützt von der Freiraumgalerie, wurde vor den Sommerferien 2017 in unterschiedlichen kreativen Workshops erstellt, bei denen u.a. ein Wandbild am CWG, ein Campus-Logo und ein visionäres 3D-Modell (siehe Titelbild) zur Schulhofgestaltung entstanden. Letzteres teilt sich in vielfältige Zonen ein, die allesamt pädagogische Absichten verfolgen. Dazu gehört auch eine Markthalle, also ein Hauptgebäude als zentraler Knotenpunkt. Für die Präsentation als Zukunftsstadt müssen nämlich wichtige Daten erfasst werden, getreu den Leitfragen: „Was bieten wir an?“ und „Was hat jeder davon?“ Dabei erfolgen außerdem Rücksprachen mit den Schulleitern, wichtigen Initiatoren sowie den Schülervertretern und Schulsozialarbeitern, sodass alle das Konzept vertreten können.

Schülerzeitung AG - Kritik am Wandbild CWG [23.11.2017] (1
► Das Wandbild am CWG als Teil des Campus war in letzter Zeit Zielscheibe für Kritik.

Direkt am Campus besteht der Schülercampusrat mit SchülerInnen aller drei Schulen und eine Campus-AG, die sich öfter als der Rat trifft und dessen Beschlüsse genauer plant. Trotz Schwierigkeiten zeigen sich doch bereits einige Fortschritte: So wurde zum diesjährigen Freiwilligentag eine Aktion zur Schulhofumgestaltung an der GmS Kastanienallee durchgeführt, bei der die Bänke saniert und neu lackiert sowie ein Schachfeld und ähnliches auf den Boden gezeichnet wurden. Auch SchülerInnen des Wahlpflichtkurses „Lebenswelt“ am CWG beteiligen sich durch ihr Engagement rege am Campusgeschehen. Demnächst sollen noch ein Campus-Spendenlauf und zwei Workshops der beteiligten Partner zu eigenen Interessen und Finanzierungsmöglichkeiten, eventuell mit Schülervertretern, organisiert werden sowie ein zweites Wandbild an unserer Schule (womöglich in der 3. Phase) entstehen.

Schülerzeitung AG - Wolffs Ruf-Logo [T-Shirt] (2.3.2)>> Weitere aktuelle und interessante Informationen auf der Website des ha:neo Campus:

>> Bildquellen:

► 3D-Modell: http://bit.ly/2eYSUty
    Datum/Uhrzeit: 4.10.2017 16:49:02
► Aktionsfelder: http://bit.ly/2xgIwJ2
    Datum/Uhrzeit: 5.10.2017 12:22:11

Wenn es die Stadt Halle schafft, mit all ihren Ideen zu überzeugen, haben diese eine große Chance, umgesetzt zu werden. Wichtig ist, dass vor allem der Campus Kastanienallee bald selbstständig funktioniert und die SchülerInnen gegenseitige Vorurteile abbauen. Wir drücken die Daumen und glauben fest daran!

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