Die ganz spezielle Prüfung

Zu Beginn dieses Schuljahres hatten wir wieder die Gelegenheit, zwei Lehrkräfte unserem berüchtigten Lehrertest zu unterziehen, bei dem sie in Schulfächern, in denen sie nicht Fachlehrer sind, auf ihren Wissensstand überprüft wurden. Es handelt sich um Frau Borkowski und Herrn Körnig, die viele unterschiedliche Fächer unterrichten, manche Bereiche wie z.B. Geschichte und Musik aber auch überhaupt nicht. Beide wurden dementsprechend in diesen Fachbereichen getestet und haben kräftig ihre Köpfe angestrengt sowie ihr Glück versucht.

  • von Marek Slowig/7c; Clemens T. Kral/10b
  • Bilder/Fotos: Clemens T. Kral/10b
[Hinweis: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der siebten Printausgabe im September 2016 heraus und wird nun nachträglich auf unserer Website in ungekürzter Form veröffentlicht.]

Der gesamte Lehrertest, der für 30 Minuten Arbeitszeit ausgelegt war, bestand aus einem Bogen mit 5 Seiten Frage- bzw. Aufgabenstellungen, die allesamt gelöst werden sollten. Anhand des recht umfangreichen Inhalts können wir hier auf Details teilweise nicht eingehen. Oft waren zu den Fragen bereits Antwortmöglichkeiten vorgegeben, vereinzelt musste man jedoch selbst über eine Lösung nachdenken. Darunter befand sich für den Fall, dass man die Antwort nicht wusste und eine kreative Lösung vorschlagen möchte, jeweils eine separate Linie. Dadurch war die Erarbeitung von Zusatzpunkten möglich. Es kommt vor, dass Nummerierungen in Bezug auf die Reihenfolge nicht immer stimmig sind, da Aufgaben zum Teil ungeordnet, jedoch stets zum selben Thema, aufgeführt sind.

Im weiteren Verlauf sind Antworten bei Fragen, welche gegeben waren, von Frau Borkowski Blau markiert, Grün steht für Antworten seitens Herrn Körnig und Lösungen sind mit einem „(r)“ gekennzeichnet. Haben beide auf dieselbe Antwortmöglichkeit getippt, wird Violett verwendet. Sollte in einer Lücke etwas eingesetzt werden, sind die Begriffe der Lehrer in den entsprechenden Farben gekennzeichnet. Die richtige Aussage wird darunter bzw. dahinter noch einmal unterstrichen vermerkt. Wie viele Punkte es bei einer Frage bzw. Aufgabe gab, ist in der Arbeitsanweisung stets einsehbar.

Diesmal war ein gemeinsamer Termin leider nicht vereinbar, sodass beide Lehrer den Test einzeln und voneinander unabhängig durcharbeiteten. So wurde Herr Körnig im Informatikraum 213 geprüft und Frau Borkowski später zur Schülerratsfahrt in der Villa Jühling. Welche Ergebnisse sie dabei erzielten, könnt Ihr nachfolgend einsehen.

Wissenstest Geschichte

Der Geschichtstest umfasste zunächst diverse Fragen aus verschiedenen Zeitepochen. Auch das Thema Napoleon wurde intensiv behandelt – hierzu galt es ebenfalls Antworten zu geben sowie Napoleons Herrschaftsgebiet um 1812 einzutragen (ist hier nicht aufgeführt). Herr Körnig hatte davon 8 Fragen richtig, Frau Borkowski kam auf 7,5 fehlerfreie Antworten, wobei sie noch 4 zusätzliche Kreativitätspunkte erzielte.

Schülerzeitung AG - Lehrertest Bork; Kör_Auswertung [Ges; Mus] (1)

Neben diesen Thematiken wurden außerdem der Dreißigjährige Krieg sowie Otto von Bismarck und die Emser Depesche behandelt. Fragen waren aufgeführt, es mussten auch ein Bild erkannt und ein Lückentext mit vorgegebenen Begriffen ausgefüllt werden.

Schülerzeitung AG - Lehrertest Bork; Kör_Auswertung [Ges; Mus] (2)

Die ersten zwei vermischten Fragen (1-2) und der Lückentext zu Otto von Bismarck wurden ohne Schwierigkeiten richtig gelöst, ab Frage 3 sah es bei beiden recht verschieden aus: Während Herr Körnig gewisse Vorkenntnisse anwenden konnte und die eine oder andere Aufgabe erfolgreich bearbeitete sowie im Falle der Unkenntnis manche Felder offenließ, grübelte Frau Borkowski schon etwas länger und gab kreative Antworten, wodurch sie noch ein paar Punkte herausholen konnte. In diesem Teil waren 24 Punkte möglich. Mit der Ergänzung der Kreativitätspunkte erreichte Frau Borkowski 14,5 Punkte, während Herr Körnig mit 17 Punkten besser abschnitt.

Wissenstest Musik

Der Musiktest setzte sich aus einer Aufgabe, mehreren Fragen und einem Liedtext mit Lücken in den Themengebieten Notenlehre, Georg Friedrich Händel und Liederkenntnis zusammen. Hier stießen wir bei der Korrektur ebenfalls auf interessante Lösungsansätze und kreative Ideen. Hier einmal die zwei Ergebnisse vom Zeichnen mehrerer Dur-Tonleitern, die trotz eines Hinweises in der Aufgabenstellung größtenteils nicht beschriftet wurden.

Schülerzeitung AG - Lehrertest Bork; Kör_Auswertung [Ges; Mus] (3.1)
► Frau Borkowski führte die Zeichnung nur für die C- und G-Dur-Tonleiter aus und ließ Beschriftungen weg.
Schülerzeitung AG - Lehrertest Bork; Kör_Auswertung [Ges; Mus] (3.2)
► Etwas detaillierter waren hingegen Herr Körnigs Aufzeichnungen. Leider stimmte auch hier nicht alles.

Nach diesen Strapazen waren wieder Begriffs- bzw. Ratekenntnisse bei Bezeichnungen in der Dynamik und beim Wissen über den Komponisten Georg Friedrich Händel gefragt. Darüber hinaus bekamen die Lehrer die Möglichkeit, den vollständigen Text von „Alle meine Entchen“ herauszufinden, um so weitere Punkte auf einfache Weise zu sammeln. Dies gelang ihnen auch weitestgehend.

Schülerzeitung AG - Lehrertest Bork; Kör_Auswertung [Ges; Mus] (4)

Im Musikteil waren 34 Punkte möglich. Mit der Ergänzung der Kreativitätspunkte erreichte Frau Borkowski 14,5 Punkte, während Herr Körnig mit 18,5 Punkten erneut besser dastand.

Auswertung

Schülerzeitung AG - Lehrertest Bork; Kör_Durchführung [Ges; Mus] (2)
► Der Lehrertest war für Frau Borkowski in der Villa Jühling alles andere als einfach.

Das Zeitlimit von 30 Minuten unterschritt Herr Körnig mit relativ schnellem Arbeitstempo, da er sich wahrscheinlich sicher in seinen Handlungen war. Dies führte dazu, dass er nicht alles vollständig beantworten konnte. Frau Borkowski brachte etwas mehr Geduld mit und erledigte den Wissenstest in genau einer halben Stunde. Die Zeit wurde für sie nicht zu knapp, sodass sie über manche unvollständigen Aufgaben einen Blick werfen und meistens noch etwas ergänzen konnte. Vereinzelt wirkte sie recht unsicher und konnte somit kaum einen Bezug zu den Inhalten, vor allem in Geschichte, herstellen. Sie meinte, dass vieles nicht mehr dem Allgemeinwissen entspräche und die Fragen sehr speziell gewesen seien. Nach unserem niveauvollen Lehrertest im Juni mit Frau Holzmann und Frau Saretzki kündigten wir beiden Lehrern nun die Fächer im Voraus an, wodurch eine bessere Vorbereitung möglich war.

  • Bewertung Frau Borkowski – Punkte: 29/58; Zensur: 4
  • Bewertung Herr Körnig – Punkte: 35,5/58; Zensur 3

Kreativitätspunkte sind bereits mit eingerechnet. Herr Körnig schnitt dennoch ohne diese besser ab als Frau Borkowski, bei der wir viele Zugeständnisse machten. Das Leistungsniveau war demzufolge sehr unausgeglichen.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass beide Lehrer halbwegs über die Fachbereiche Geschichte und Musik Bescheid wussten, bei konkreteren Fragen aber oft den Anschluss verloren. Herr Körnig konnte eigenes Wissen mit einbeziehen, Frau Borkowski hatte einige Kreativitätspunkte erhalten. Herzlichen Glückwunsch für diese Leistung!

Interview mit Frau Borkowski und Herrn Körnig

Wir haben außerdem ein Interview mit Frau Borkowski und Herrn Körnig durchgeführt.

Beide Kollegen unterrichten komplett unterschiedliche Fächer: Während Frau Borkowski Inhalte aus Englisch, Russisch und „Lernen lernen“ (Methodentraining) den Schülern vermittelt, ist Herr Körnig abgeordneter Lehrer für Biologie, Chemie, Informatik und Moderne Medienwelten (MMW), der je für drei Tage pro Woche im Schulgebäude anwesend ist. Des Weiteren bildet Frau Borkowski ein wichtiges Mitglied in unserem Schülerrat. Herr Körnig hingegen betreut zudem unsere Schulwebsite, führt seit Neuem die AG „Wilde Nachbarschaft“ durch und ist bei zahlreichen Schulveranstaltungen vertreten. Los geht’s mit unseren Fragen:

1. Frage an Fr. Borkowski: Warum wollten sie u. a. Englischlehrerin werden?
Frage an Hr. Körnig: Warum wollten sie u. a. Chemielehrer werden?

Fr. Borkowski: »Als ich zur Schule ging, lernten wir ab der 5. Klasse Russisch. Wir waren sehr gespannt darauf. Mein Lehrer damals war allerdings ganz schrecklich und aus unserer Neugier wurde schnell Frustration. Ich glaubte, die Schülerwelt vor diesem Lehrer retten zu müssen und beschloss, das Unterrichten selbst in die Hand zu nehmen und Lehrer zu werden. Englisch lag mir auch ganz gut, und so kam es als zweites Fach hinzu.«

Hr. Körnig: »Ich hatte einen guten Chemielehrer in der 8. Klasse.«

2. Frage an Fr. Borkowski: Was mögen Sie an Englisch?
Frage an Hr. Körnig: Was mögen Sie an Chemie?

Fr. Borkowski: »Ich schätze es sehr, dass die Mehrheit der Schüler für dieses Fach nicht übermäßig motiviert werden muss, da es in deren Erlebniswelt recht allgegenwärtig ist. Außerdem ist es die Sprache mit der man auf der ganzen Welt mit Menschen ins Gespräch kommen kann. Auch den einfachen Zugang zu englischsprachiger Musik hätte ich nie missen wollen.«

Hr. Körnig: »Experimente, aber leider komme ich viel zu selten dazu – schade!«

3. Frage an Fr. Borkowski: Was finden Sie an Methodentraining bzw. „Lernen lernen“ so interessant und wichtig?
Frage an Hr. Körnig: Was finden Sie an Informatik bzw. „Moderne Medienwelten“ so interessant und wichtig?

Fr. Borkowski: »Naja, es ist nicht nur entscheidend, einen Berg erklimmen zu wollen. Die Art und Weise WIE ich ihn bezwinge, für welchen Weg ich mich entscheide, ist für das Erreichen des Gipfels gleichermaßen wichtig. Genau das macht auch das Fach und das Lernen interessant.«

Hr. Körnig: »Das Beherrschen der vielen neuen Medien und die vielen Möglichkeiten, die sich durch die sinnvolle Nutzung ergeben.«

4. Frage an Hr. Körnig: Haben Sie als Biologielehrer eine besondere Verbindung zu Natur und Umwelt?

Hr. Körnig: »Ja.«

5. Wie würden Sie auf Ihre eigene Schulzeit zurückblicken?

Fr. Borkowski: »Abgesehen von diesem Russischlehrer blicke ich recht positiv auf meine Schulzeit zurück.«

Hr. Körnig: »Fast nur mit angenehmen Erinnerungen, außer siehe Frage 6..«

6. Welches Fach mochten Sie als Schüler/in gar nicht?

Fr. Borkowski: »Ich genieße es, wenn die Chemie zwischen Menschen stimmt. Mit dem Fach konnte ich allerdings nichts anfangen. Ich habe mich da mächtig gequält und die Lehrer sich mit mir wahrscheinlich auch.«

Hr. Körnig: »Russisch und Staatsbürgerkunde waren gar nicht meins.«

7. Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Fr. Borkowski: »Den hatte ich bis in Klasse 5 nicht und dann gab es kein Zurück mehr. :-)«

Hr. Körnig: »Ich wollte früher Schiffskoch werden.«

8. Hatten Sie Englisch oder Französisch als zweite Fremdsprache in der Schule?

Fr. Borkowski: »Ab Klasse 7 hatte ich Englisch.«

Hr. Körnig: »Ich hatte ebenfalls Englisch.«

9. Frage an Fr. Borkowski: Viele Schüler kennen Sie vor allem aufgrund unseres Schülerrates. Wie ist die Idee damals entstanden, den Schülerrat neu aufleben zu lassen? Was waren die Beweggründe dafür?

»Den Schülerrat gab es schon immer, da die Existenz einer Schülervertretung an einer Schule gesetzlich geregelt ist. Der Schülerrat an unserer Schule war nur bedingt arbeitsfähig und hatte keine Unterstützung. Wenn man als Lehrer ein Anliegen hatte oder Schüler an Prozessen beteiligen wollte, war das kaum von Erfolg geprägt und gemäß dem Motto: „Love it, change it or leave it.“ entschied ich mich für „Change it.“ Das war 2006.«

10. Frage an Fr. Borkowski: Welche Rolle spielen Sie innerhalb des Schülerrates?

»Ich sehe mich als Trainerin und Begleiterin.«

11. Frage an Hr. Körnig: Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?

»Wenn ich draußen bin, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Boot. Gerne übernachte ich auch in der Natur.«

Das Interview war sehr interessant, und wir haben wieder einiges über beide Lehrer erfahren können.

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