Zwei „Urgesteine“ im Interview

ADVENTSKALENDER 2016 – TÜRCHEN #24

Ihr wollt mehr über die geschichtliche Entwicklung des CWG erfahren? Kein Problem! Wir befragten dafür Frau Dietz und Frau Würfel, die bereits seit der Entstehung der Schule im Jahr 1991 dabei sind.

  • von Lars Ruckhardt/7c; Clemens T. Kral/10b
  • Foto: Theodor Wolf/7c
[Hinweis: Dieser Artikel kam mit der Veröffentlichung der siebten Printausgabe im September 2016 heraus und wird nun nachträglich auf unserer Website in ungekürzter Form veröffentlicht.]
Schülerzeitung AG - Titelfoto (1.1)

Frau Dietz und Frau Würfel sind zwei Lehrkräfte, welche die gesamte Entwicklung am Christian-Wolff-Gymnasium bis heute hautnah miterlebten. Um mit ihnen über die vergangenen Ereignisse zu sprechen, haben wir ihnen spezifische Interviewfragen gestellt und neue Erkenntnisse sammeln können.

1. Welche Fächer unterrichten Sie?

Fr. Dietz: »Mathematik und Astronomie.«

Fr. Würfel: »Zuerst Englisch und Russisch, seit 1995 noch Italienisch, aber kein Russisch mehr. Seit diesem Jahr ist für mich auch der Wahlpflichtkurs „Lebenswelt“ dazugekommen.«

2. Was hat sich der Gründung der Schule hier verändert?

Fr. Dietz: »Die innere und äußere Sanierung des Gebäudes und der Sporthalle sowie der Lehrerbestand und die wechselnde Anzahl der SchülerInnen (erst 700, dann 400, mittlerweile 800). Des Weiteren hält heutzutage viel mehr Technik hier Einzug.«

Fr. Würfel: »Einiges! Darunter fallen die Ausstattung, Sanierungen, das Raumnutzungskonzept, die Anzahl der Lehrer und SchülerInnen, der höhere Lärmpegel im Schulhaus und die geringere Sauberkeit.«

3. Wie gestaltet sich die Entwicklung der SchülerInnen im Vergleich zu den Vorjahren?

Fr. Dietz: »1991 waren die SchülerInnen noch selbstständiger und verantwortungsbewusster, im Allgemeinen reifer.«

Fr. Würfel: »Die früheren SchülerInnen (bis ca. Ende der 2000-er Jahre) waren oft konzentrierter, interessierter, fleißiger, verantwortungsbewusster. Es gab nicht so viele Konflikte untereinander, und sie waren noch nicht allzu sehr abgelenkt durch Handys, Internet und soziale Netzwerke.«

4. Hat sich die Raumverteilung geändert?

Fr. Dietz: »1991 gab es im Nordtrakt noch eine Grundschule (6. POS), die 2000 vor der Sanierung des Hauptgebäudes mit der Grundschule Kastanienallee fusionierte.«

Fr. Würfel: »Ja, leider mussten wir von unserem Raumnutzungskonzept nach der Sanierung wieder abweichen, da wir zu viele SchülerInnen und zu wenig Räume haben.«

5. Wie hat sich das Durchschnittsalter der Lehrer im Laufe der Zeit entwickelt?

Fr. Dietz: »Anfangs lag es bei 40, 2012 bei ca. 52 und jetzt bei etwa 50 Jahren.«

Fr. Würfel: »Zum Anfang der 1990-er Jahre gab es eine größere Gruppe (uns!) junger Lehrer zwischen Mitte 20 und Anfang 30 Jahren. Dann zwei Jahrzehnte lang keine „Auffrischung“, bis nun wieder viele junge Kollegen dazukamen. Und das ist auch gut so!«

6. Wie viele Sanierungen wurden unternommen?

Fr. Dietz: »Es gab fünf Etappen: 1995 die Sporthalle, 2000 der Mitteltrakt, 2001-2002 der Nordtrakt, 2003-2004 der Südtrakt und 2010-2011 die Fassade des Gebäudes. Seit 1994 ist die Sanierung des Schulhofes in Planung, wurde aber bisher nicht realisiert.«

Fr. Würfel: »Zuerst die Turnhalle, dann über mehrere Jahre die gesamte Schule. Damals hatten wir Toiletten-Container auf dem Nordhof vor meinem Raum 126! J«

7. Macht es Ihnen Spaß, am CWG zu arbeiten? Wie vergleichen Sie damals mit heute?

Schülerzeitung AG - Schulchronik CWG_Interview Dietz; Wür [--.9.2016]
► Frau Würfel, die seit 25 Jahren Lehrerin an unserer Schule ist, mit Lars Ruckhardt/7c im Interview.

Fr. Dietz: »Ja! Schule hat sich sowohl inhaltlich als auch in der technischen Ausstattung verbessert. Der erste Stundenplan wurde noch mit der Hand, ab 1992 mit privatem Computer und Drucker gebaut bzw. ausgedruckt. Ich habe beide Geräte jeden Tag hin- und hergeschleppt, bis das CWG im Jahr 1994 die ersten eigenen Computer erhielt.«

Fr. Würfel: »Ja, ich denke schon. Ich war auch an zwei Schulen abgeordnet und bin immer lieber wieder ans CWG zurückgekommen. Aber die Veränderungen hinterlassen schon Spuren. Außerdem wird man ja auch nicht jünger! laugh«

8. Wenn Sie an dieser Schule Schülerin wären, wer wäre Ihr Lieblingslehrer?

Fr. Dietz: [keine Aussage]

Fr. Würfel: »Schwierig zu beantworten, da ich ja nicht bei meinen Kollegen Unterricht habe. Aber wahrscheinlich Herr Hübner, denn ich hatte nur doofe Geschichtslehrer, und es fasziniert mich, wie er mit seinem Koffer seinen Unterricht gestaltet. Außerdem ist er ein sehr netter Kollege, mit viel Verständnis für die Schüler.«

9. Wie war Ihr beruflicher Werdegang nach dem Abitur? Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?

Fr. Dietz: »Ich absolvierte mein Lehramtsstudium an der Martin-Luther-Universität für Mathematik und Physik sowie 1984 ein Fernstudium für Astronomie. Lehrerin wollte ich schon immer werden.«

Fr. Würfel: »Ich hatte ein Lehramtsstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena für Englisch und Russisch sowie ein berufsbegleitendes Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) von 1993-1997. Ja, schon immer hatte ich den Wunsch, Lehrerin zu werden – zwischendurch auch schon mal Pathologin.«

10. Wie kamen Sie an das Christian-Wolff-Gymnasium?

Fr. Dietz: »Ich hatte mich 1990 als Gymnasiallehrerin und für die Stelle als stellvertretende Schulleiterin beworben. Somit habe ich das Kollegium mit Herrn Feudel zusammengestellt.«

Fr. Würfel: »Ich habe mich 1991 beworben für eine Stelle am Gymnasium. Durch einen guten Zufall hat Herr Feudel beim Zusammenstellen seines Lehrer-Teams mich auch mitnehmen können.«

11. Was gefällt Ihnen an unserer Schule?

Fr. Dietz: »Die Atmosphäre, das vertrauensvolle Zusammenarbeiten zwischen SchülerInnen, Eltern und Lehrern.«

Fr. Würfel: »Der kollegiale Umgang, eine nette Schulleitung, der freundliche Umgangston zwischen Lehrern und SchülerInnen und die große Hilfsbereitschaft.«

12. Gab es schon immer Klassenfahrten? Fahren Sie gern auf Klassenfahrt?

Fr. Dietz: »Ja. Als Stellvertreterin in der Schulleitung nehme ich allerdings nicht an Klassenfahrten teil.«

Fr. Würfel: »Ja, anfangs sogar jedes Jahr! Ich bin auch oft zu Fahrten ins Ausland (England, Italien) mitgefahren und habe zwischen 1998 und 2011 auch den Schüleraustausch mit Lerum (Schweden) betreut. Zur Frage, ob ich gern auf Klassenfahrt fahre: Es kommt auch immer auf die Klassen an!«

13. Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Fr. Dietz: »Zum einen die Mitgestaltungsmöglichkeiten als Schulleitungsmitglied, zum anderen macht mir Unterricht immer noch am meisten Spaß.«

Fr. Würfel: »Er ist abwechslungsreich, fordernd und man hat immer mit Menschen zu tun. Man hilft, junge Menschen ins Leben zu begleiten und hinterlässt so „Spuren“. (Hoffentlich nur gute!)«

14. Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Fr. Dietz: »Ich wollte immer mein Wissen und auch ein paar Lebensweisheiten an Kinder weitergeben, den Blick fürs Ganze schärfen und auch erzieherisch wirken.«

Fr. Würfel: »Es gibt zwei Gründe: Juli + August! Nein, Klischee. Siehe Frage 13, und man kann sich seine Arbeit einteilen.«

15. Welche Klassen unterrichten Sie am liebsten?

Fr. Dietz: »Klassen und SchülerInnen, die interessiert am Unterricht sind.«

Fr. Würfel: »Die oberen (Klasse 10-12). Der Unterricht braucht zwar eine enorme Vorbereitung, die Stunden sind aber „erholsamer“ und fordern die Lehrer (teilweise) fachlich mehr.«

16. Müssen Sie manchmal streng sein? Wenn ja, warum?

Fr. Dietz: »Man muss manchmal streng sein, um Normen im Zusammenleben durchzusetzen und eine gute Lernatmosphäre im Klassenraum zu schaffen.«

Fr. Würfel: »Jaaaaa! laugh (Weil die SchülerInnen sonst oft gar nichts tun würden. Konsequenz ist wichtig!)«

17. Was machen Sie nicht so gern im Lehrerberuf?

Fr. Dietz: »Verwaltungsarbeit und SchülerInnen maßregeln.«

Fr. Würfel: »Korrekturen aller Art!«

18. Wenn Sie Schülerin wären, würden Sie gern ans CWG gehen?

Fr. Dietz: »Ja, definitiv!«

Fr. Würfel: »Ja!«

Für das nette Gespräch und die informativen Antworten möchten wir uns bei beiden Lehrerinnen recht herzlich bedanken und hoffen, dass sie noch bis zur Beendigung ihrer beruflichen Karriere unserer Schule erhalten bleiben.

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