Wildnis zum Anfassen

ADVENTSKALENDER 2016 – TÜRCHEN #22
AG-VORSTELLUNGSSERIE, TEIL 18

Unterstützt von den Beteiligten des Projekts „Wilde Nachbarschaft“, wird in der gleichnamigen AG viel Nützliches zum Thema Wildnisbildung auf praktische Weise vermittelt. Lernt sie näher kennen und erfahrt, welches Ziel die Mitglieder am Ende des Schuljahres erreichen möchten.

  • von Clemens T. Kral/10b
  • Fotos: Clemens T. Kral/10b
[Die aufgeführten Einzelheiten beziehen sich zumeist auf direkte Angaben von S. Körnig/Koll.. Hierfür recht herzlichen Dank.]

Der Begriff „Wilde Nachbarschaft“ lässt zunächst viel Raum für eigene Interpretationen. Tatsächlich handelt es sich um ein Forschungsprojekt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, an dem unter anderem unsere Schule, die Ökoschule Franzigmark und die KGS „Wilhelm von Humboldt“ sowie die Verwaltung des Nationalparks Harz, diverse Kindergärten und einige mehr teilnehmen. Im Sinne von Prozess- und Naturschutz in Großschutzgebieten werden Grundlagen und Methoden der Wildnisbildung, Ziele und Maßnahmen von Wildnisentwicklung behandelt sowie Gedankengänge zu (eigenen) Lebens- und Konsumstilen ausgeführt. Im Konkreten ist vorgesehen, sogenannte Camps in geeigneten Naturräumen zu errichten, in denen alles Nötige durchgeführt bzw. erzeugt wird (z.B. Feuermachen), und sie somit umweltfreundlich zu gestalten – d.h. den Platz so einzurichten und zu verlassen, damit kein Schaden für die Natur entsteht. Diese Camps bestehen bereits in verschiedenen Regionen Deutschlands, wie z.B. im Nationalpark Harz, im Bayerischen Wald und im Schwarzwald, und sollen nun auch in und um Halle (Saale) stattfinden. Das Projekt ist für eine Dauer von drei Jahren angesetzt, genauer gesagt vom 1.1.2016 bis zum 31.1.2019, soll danach aber weiter fortgesetzt werden. Unterstützt wird es unter anderem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit Fördermitteln in Höhe von 300.000 €. Ein Teil des Geldes erhielt das Christian-Wolff-Gymnasium und die Ökoschule Franzigmark, um dafür Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen. Die Leitung übernimmt Prof. Dr. Martin Lindner an der Projektstelle der Deutschen Bundesstiftung Umwelt an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). Es arbeiten und forschen zusätzlich noch weitere Beteiligte mit.

Am Donnerstag, dem 15.12.2016, hatte ich die Gelegenheit, die dazugehörige Arbeitsgemeinschaft an unserer Schule bei deren Weihnachtsfeier zu besuchen, um die praktische Ausführung des Vorhabens näher zu betrachten. Geleitet wird sie erst seit diesem Schuljahr von Biologie-, Chemie- und Informatiklehrer Herrn Körnig und Frau Lippmann, die seit Kurzem Biologie und Sport an unserer Schule unterrichtet. Treffpunkt ist normalerweise die Wiese vor der Sporthalle des CWG; bei schlechtem Wetter hingegen versammeln sich die derzeit sechs Mitglieder im Schulhaus. Auch die direkt am Projekt Beteiligten der Universität veranstalten Workshops an zahlreichen Plätzen, wie z.B. in der Franzigmark, der Villa Jühling, im Harz und demnächst in Hannover.

Schülerzeitung AG - AG-Besuch 'Wilde Nachbarschaft' [#18; 15.12.2016] (1)

Schülerzeitung AG - AG-Besuch 'Wilde Nachbarschaft' [#18; 15.12.2016] (2)
► Bestandteil der AG ist unter anderem das Feuermachen mit verschiedenen Brennmaterialien.

Beim ersten Treffen im August 2016, das leider noch keinen großen Zuspruch erhielt, wurden zunächst Geräte ausprobiert, die gebraucht werden könnten. Denn mit dem Ziel, ein fünftägiges Camp in der Franzigmark vom 30.5. bis zum 3.6.2017 zu veranstalten, muss während des Schuljahres genau geplant und eigenständig vorbereitet werden, welche Materialien – seien es nachhaltige Nahrungsmittel (Es wird nicht gejagt!), Materialien zum Feuer machen oder Ausrüstung zum Übernachten – mitgenommen werden müssen. Weiterhin ist es wichtig, den Transport der Gegenstände, das (Ab-)Waschen und einiges mehr bezüglich des täglichen Bedarfs zu organisieren. Dabei werden im Voraus mögliche Utensilien erst erprobt und getestet, ob sie sich für solch einen Einsatz eignen. Gespräche mit den Behörden bleiben dabei nicht aus: So müssen noch unzählige Anträge für Dinge, die in der Natur ausgeführt werden sollen (z.B. Feuermachen), erst genehmigt werden. Dennoch stellt das für die AG-Mitglieder erste Camp immer noch eine Probe dar, um in Erfahrung zu bringen, was schon gut funktioniert und woran noch gearbeitet werden sollte. Gleichzeitig kommt es den Projektmitarbeitern für deren Erkenntnisse zugute: »Alles, was wir durchführen, sind damit als Forschungsergebnisse.«, so Herr Körnig. Bereits Ende April 2017 möchten die Schüler an der geplanten Feuerstelle nahe des Trompeterfelsens übernachten und ebenso das Lager soweit wie möglich einrichten. Geschlafen wird übrigens nicht in Zelten, sondern draußen auf Matten. Neben der technischen Realisierung in Form von kochen, backen, braten, waschen usw. am Lager soll natürlich das Naturerlebnis inhaltlich im Vordergrund stehen.

»Alles, was wir durchführen, sind Forschungsergebnisse.«

Herr Körnig
Betreuer der AG

Schülerzeitung AG - AG-Besuch 'Wilde Nachbarschaft' [#18; 15.12.2016] (4)
► Im Frühsommer 2017 soll als diesjähriges Ergebnis ein Camp stattfinden, das im Voraus sorgfältig geplant wird.

Vorbereitend auf das Camp im nächsten Jahr wurden in den letzten Wochen einige Unternehmungen verwirklicht. Dazu zählt zum einen das „Bouldern“ – also das Klettern in geringer Höhe ohne Sicherung, bei dem die Gruppendynamik vordergründig gefördert werden soll – im neuen Boulderkombinat in der Delitzscher Straße, bei dem die Mitglieder verschiedenste Aufgaben bzw. „Challenges“ meistern mussten. Zum anderen schauten sie den Film „Unsere Wildnis“ im Luchskino Halle, in dem hauptsächlich der Einfluss des Menschen auf die Natur aufgezeigt wurde, und veranstalteten zum Jahresende – wie anfangs erwähnt – eine Weihnachtsfeier. Dort bemühten sie sich anfangs, auf verschiedene Art und Weise Feuer zu machen, z.B. mit Steinen, Stäben, die ins Holz gebohrt werden, oder mithilfe des Feuerschlagens, bei dem diverse Materialien eingesetzt werden, die Funken erzeugen (Zunderschwamm, Samen von Rohrkolben, trockenes Holz). Nachdem dies gelang, konnten Würstchen, Kuchen, Weihnachtsgebäck und Kinderpunsch am Feuer verzehrt und nebenbei wichtige Anliegen zur Errichtung des Camps besprochen werden.

Die Projektergebnisse sollen später als Buchpublikation sowie Lehr- und Lernmaterialien seitens der Universität zusammengestellt werden, um damit zielgruppenorientierte Wildnisbildungsmaßnahmen zu ergreifen. Als weiteres Resultat plant man eine Website, die Grundlagen der Wildnisbildung und die Projektergebnisse für interessierte Personen darstellen soll, sowie ein Angebot an Fortbildungen auf neu eingerichteten, für Wildnisbildung geeigneten Flächen.

Die AG findet donnerstags von 15:30 bis 17:00 Uhr meist auf der Wiese vor der Sporthalle des CWG statt. Mitmachen können naturbegeisterte SchülerInnen, die sich in den Klassenstufen 5-11 befinden. Über neuen Teilnehmerzuwachs freuen sich die Schüler um Herrn Körnig und Frau Lippmann sehr!

>> Unter anderem genutzte Textquelle:

    Datum/Uhrzeit: 19.12.2016 20:05:05

Fazit: Als Beitrag zur Bildung nachhaltiger Entwicklung erfahren die Mitglieder der AG „Wilde Nachbarschaft“ praktisch, wie man sich in der Natur verhalten sollte, und lernen folglich Vieles für ihr späteres Leben dazu. Dieses Ganztagsangebot stärkt zugleich die Kooperation mit der Universität Halle und ist ideal für Personen, die sich gern in der Natur aufhalten.

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