Unsere Zeit in Sankt Petersburg

Im Zeitraum vom 9. bis zum 17. September 2016 waren einige Schülerinnen des Christian-Wolff-Gymnasiums an der Peterschule im russischen St. Petersburg zu Gast. Sie nahmen am diesjährigen Schüleraustausch, der bereits seit einigen Jahren zwischen den beiden Schulen durchgeführt wird, teil. Eine Redakteurin unserer Schülerzeitung konnte dabei sein und hat für Euch ein paar Einblicke zusammengestellt.

  • von Lisa Wagner/9a
  • Fotos: Lisa Wagner/9a; G. Dietz/Koll. (2015)
[Hinweis: Dieser Artikel war ursprünglich für unsere 7. Printausgabe am 28.9.2016 angedacht, konnte jedoch aus planungstechnischen Gründen dort nicht mehr veröffentlicht werden.]

Vom 9. bis zum 17. September 2016 waren acht Schülerinnen des CWG in Russland, genauer gesagt in Sankt Petersburg. Die Stadt an der Newa hat eine lange Geschichte. Zuerst hieß sie, nach Peter I. benannt, Petrograd. Dann wurde sie nach dem Sozialisten Lenin benannt (Leningrad). Jetzt hat sie wieder den ganz alten Namen, Sankt Petersburg. In dieser einen Woche haben die Schüler viel von der Stadt gesehen. Ob Kunstmuseum, Zarenpalast oder Shoppingcenter – alles war dabei. Es war sehr interessant zu sehen, wie der Tagesablauf einer russischen Familie aussehen kann und dass russische Elftklässler wie bei uns bis um 17:00 Uhr Unterricht haben.

Programm unseres Austauschs

Nachdem wir beinahe den Flug ab Berlin-Schönefeld nach Sankt Petersburg verpassten, waren wir gespannt, als wir dort ankamen. Ich wurde nett von meiner Austauschschülerin und ihrer Mutter empfangen. Wir holten zunächst die Schwester der russischen Schülerin, dann ging es zu der Familie nach Hause. Nachdem ich mich dort eingerichtet hatte, gab es etwas zu Essen und wir fuhren in einen Park. Anna erklärte mir, dass dieser Park umbenannt wurde in „Park des 300. Jubiläums“.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Peterhof („Петергоф“). Dies ist ein kleiner Ort, dreißig Kilometer von Sankt Petersburg entfernt. Dort gibt es sehr viele Parks mit Fontänen und Brunnen. Doch leider regnete es später und so fuhren wir nach dem Besuch eines anderen Parks nach Hause.

Am Sonntag fuhr ich gemeinsam mit Anna mit der Metro in die Stadt, wo wir das Museum für moderne Kunst „Erarta“ besichtigten. Danach liefen wir am „Newski Prospekt“ entlang. Dieser ist eine extrem lange Einkaufsstraße. Wir trafen uns noch mit anderen Austauschschülern, um zusammen den restlichen Tag zu verbringen.

Am Montagmorgen fuhr uns Annas Mutter mit dem Auto in die Schule, wo wir prompt zu spät kamen, da es einen Stau gegeben hatte. In der Schule gab es für uns deutsche Schülerinnen eine Empfangsrunde. Wir wurden von der Schulleiterin der Peterschule sowie deren Stellvertreterin willkommen geheißen. Danach durften wir in den Unterricht. Ich hatte je eine Stunde Russisch und Deutsch. Nach dem Mittagessen fuhren wir zum Blockademuseum, welches davon erzählt, wie die Deutschen unter Hitler das damalige Leningrad belagert hatten. Wir fanden heraus, dass die Russen in dieser Zeit von 125 Gramm Brot pro Tag leben mussten. Danach ging es auch schon wieder zurück zur Schule.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Peter- & Paul-Festung. Von dort aus ging es dann zur Isaak-Kathedrale, von deren Aussichtsplattform man einen wundervollen Blick über die Skyline Sankt Petersburgs hat.

Schülerzeitung AG - Russisch-Austausch Peterschule St.Petersburg [9.9.-17.9.2016] (7)
► Eindrücke der Architektur in Sankt Petersburg. Von der Aussichtsplattform der Isaak-Kathedrale (unteres Foto) hat man einen wundervollen Ausblick auf das Stadtgebiet.

Am Mittwoch trafen wir uns in der Schule, um zur Hermitage (es wird französisch ausgesprochen) zu fahren. Dieses alte Zarenschloss beherbergt sehr viele Gemälde. Nachdem wir eine Führung mit Dimitrij hatten, nutzen wir die Möglichkeit, eine Schifffahrt auf der Newa zu machen. Diese dauerte anderthalb Stunden und gefiel uns allen sehr gut. Am Abend gingen wir ins Theater. Wir schauten uns das Ballett „Dornröschen“ an, das uns allen sehr gut gefiel.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus in das Zarendorf „царское Село“ (zarskoje selo). Dort sahen wir das Lyzeum an, in dem Alexander Puschkin gelernt und gewohnt hatte. Danach ging es gleich hinüber zum Katharinenpalast. Dieser verfügt über das bekannte „Bernsteinzimmer“, das man aber leider nicht fotografieren darf.

Schülerzeitung AG - Russisch-Austausch Peterschule St.Petersburg [9.9.-17.9.2016] (4)
► Eine der geöffneten Newa-Brücken bei Nacht.
Am nächsten Tag erfuhren wir mehr über Alexander Puschkin. Wir besuchten das Haus, in dem er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Danach hatten wir Freizeit, die ich zusammen mit meinen Freunden genoss. Am letzten Abend unternahm ich etwas mit ‚meiner‘ Austauschschülerin und zwei anderen Austauschschülern. Wir waren alle sehr traurig, dass die Tage schon vorbei waren. Als wir uns alle verabschiedet hatten, fuhr ich mit Anna nach Hause. Früh um eins ging es dann nochmal mit dem Auto los, da wir uns das Öffnen der Brücken ansehen wollten. Die Newa-Brücken öffnen in Sankt Petersburg nämlich jede Nacht, um große Schiffe darunter durchfahren zu lassen. Mit dem Rückflug in die Heimat war unser Austausch nun vorüber und wir konnten einige Erlebnisse mitnehmen.

Interview mit Anna

Um mehr über meine Austauschschülerin Anna zu erfahren, habe für Euch ein kleines Interview mit ihr geführt.

1. Seit welcher Klassenstufe nimmst Du am deutsch-russischen Schüleraustausch teil?

»Seit der 9. Klasse.«

2. Seit wann lernst Du Deutsch?

»Seit der ersten Klasse.«

3. Wo warst Du mit dem Schüleraustausch schon in Deutschland?

»Ich war zwei Mal in Göttingen, zwei Mal in Böblingen und natürlich bei euch in Halle.«

4. Welche deutsche Stadt gefällt dir am besten?

»Mal überlegen… (überlegt)… Heidelberg, aber ich mag die kleinen deutschen Städte wegen der Fachwerkhäuser.«

5. Gab es schon mal einen Schüleraustausch, der Dir nicht so gut gefallen hat?

»Ja. Da habe ich zwei Gastschüler aufgenommen, weil ein anderer russischer Schüler niemanden mehr aufnehmen konnte.«

6. Wird Deine Schwester auch mal am Schüleraustausch teilnehmen?

»Das weiß ich nicht, aber wenn sie gut Deutsch lernen wird, kann sie mitmachen. Das Programm ist ja erst ab der achten Klasse.« (Anmerkung der Redaktion: Ihre Schwester ist in der zweiten Klasse.)

Über die Peterschule

Schülerzeitung AG - Russisch-Austausch Peterschule St.Petersburg [9.9.-17.9.2016] (2)Die Peterschule im russischen St. Petersburg umfasst eine Vorbereitungsschule, zwei Grundschulen, ein Gymnasium, ein pädagogisches Forschungszentrum und ein Testzentrum der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (BRD). Hier lernen die Schüler bereits ab der 1. Klasse die deutsche Sprache. Seit mittlerweile 12 Jahren finden Schüleraustausche zwischen beiden Schulen statt. Diese werden, von Jahr zu Jahr im Wechsel, von den jeweiligen Austauschschülern genutzt.

Schülerzeitung AG - Wolffs Ruf-Logo [T-Shirt] (2.3.2)>> Mehr aktuelle und interessante Informationen auf der Schul-Homepage:

Wenn Ihr Interesse gewonnen habt, auch an dem Austausch teilzunehmen, dann meldet Euch doch einfach in der kommenden Projektwoche beim dazu passenden Projekt an!

Schülerzeitung AG - Russische Austauschschüler [--.--] (9)
► Die in diesem Jahr beteiligte Gruppe der deutschen und russischen Austauschschülerinnen im September 2015.
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